07.09.2019 13:06 |

Hans Wenzls 10. 8000er

Die letzten Meter hinauf zum K2-Gipfel

Die 14 Achttausender dieser Erde begeistern Hans Wenzl. Nach dem Everest stand der Metnitztaler heuer auf dem Gipfel des K2. Er ist der 45. Mensch weltweit, der die beiden höchsten Berge ohne Sauerstoff bezwungen hat.

Kräfteraubend und richtig zach. Sieben Wochen lang war Hans Wenzl im Karakorum. „Vermutlich zum letzten Mal“, schmunzelt er: „In Pakistan bin ich fertig!“ Auf allen fünf Achttausendern des Karakorums hat Hans bereits die Flagge des Porr-Konzerns, seines Arbeitgebers, gehisst. „Ein gutes Gefühl!“

Doch der K2, der für viele als Berg der Berge und als technisch schwierigster Achttausender gilt, hat auch von Hans sehr viel abverlangt. „Es waren lange Tage, mit wenig Schlaf! Ich habe dabei einiges an Körpermasse abgenommen.“

Seit 2007, als Hans zum ersten Mal am Concordiaplatz in 4600 Meter Seehöhe gestanden war, dem zentralen Ort im Karakorum, war der K2 für ihn ein Thema. Eine Woche lang brauchte der 48-Jährige, um von Askole ins Basecamp zu wandern.

„Es lag viel Schnee, und wir kamen nur langsam voran.“ Doch wie bei fast all seinen Achttausender-Expeditionen hatte Hans Wetterglück: „Noch nie in den vergangenen 30 Jahren sah man vom Basislager den K2-Gipfel so oft wie heuer. Das Wetter war perfekt.“

In 5300 Meter Seehöhe liegt das ABC, das vorgeschobene Basislager. „Hier beginnt der K2.“

Die Flanken des 8611 Meter hohen Bergriesen sind steil und felsdurchsetzt. „Bis hinauf zur Schulter gibt es keine flache Stelle mehr“, erzählt Hans. Man ist immer am Seil, und die Kletterpassagen sind kräfteraubend. „Das Lager 1 in 6000 Meter Seehöhe ist steinschlaggefährdet, deshalb habe ich es ausgelassen und bin gleich weiter ins Lager 2 auf 6700 Meter Höhe“, so Hans. Auf dem Weg ins Lager 3 wartet die „Schwarze Pyramide“, 700 Höhenmeter klettern. Jeder Tritt mit den Steigeisen am blanken Fels muss sitzen. Dann Lager 4 in 7850 Meter Höhe. „Du bist ausgepowert, stehst auf der Schulter, und vor dir beginnt der K2 erneut.“ Beinahe wäre der K2 Hans zum Verhängnis geworden. In der ersten Nacht am Berg im Lager 2 durchschlug ein Eisbrocken das Zelt, in dem sich Hans und ein Pakistani befanden. „Panik brach aus, draußen stürmte es. Wir brauchten eine Stunde, um das Zelt wieder zu fixieren.“ Bis in die frühen Morgenstunden harrten die Alpinisten aus. Ohne Zelt und Schuhe wären sie nie mehr lebend ins Tal zurückgekommen. „Ich dachte mir, dass fängt ja gut an.“

Tage später der nächste Rückschlag: Viele Bergsteiger brachen die Besteigung ab, weil in einer der Schlüsselstellen, dem Flaschenhals unterhalb des Gipfels zu viel Schnee lag. „Die Gefahr von Lawinen war zu groß und es konnten keine Fixseile verlegt werden!“

Mehrere Expeditionen stoppten daraufhin die diesjährige K2-Saison, mit dem Hinweis, dass der Berg heuer unbesteigbar wäre. Auch Hans kehrte ins Basecamp zurück, um jedoch wenige Tage später erneut sein Glück zu versuchen.

Möglich machten dies das tolle Team und die Erfahrung seines Veranstalters. Wind und Wetter hatten in der Zwischenzeit auch den Schnee aus der Schlüsselstelle geweht. Am 25. Juli um 8 Uhr früh stand der Kärntner allein auf dem Gipfel des zweithöchsten Berges der Welt. „Ein unbeschreibliches Glücksgefühl!“

Der Abstieg forderte vom 48-Jährigen dann noch einmal alles: „Es fing an zu schneien und ich musste mich sehr konzentrieren, um ja nicht auszurutschen.“

Zurück in der Heimat, ist der Baupolier wieder auf der Villacher Infineon-Baustelle tätig und träumt bereits von weiteren Achttausender-Expeditionen. Denn ihm persönlich fehlen nur vier Berge, dann wäre er der erste Kärntner, der auf allen 14 Achttausendern war. 

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