04.09.2019 19:05 |

Toter und 2 Verletzte

Gewaltige Steinlawine bei Stausee abgegangen

Im Salzburger Pinzgau ist am Mittwoch eine gewaltige Steinlawine abgegangen. Ein einheimischer Wanderer (53) wurde dabei getötet, zwei weitere Wanderer - ein Paar aus Deutschland - wurden schwer verletzt. Die 51-jährige, ebenfalls einheimische Lebensgefährtin des tödlich verunglückten Wanderers, kam unverletzt davon, erlitt aber einen Schock.

Die beiden Pinzgauer waren laut Polizei am Vormittag in Kaprun zu einer Wanderung vom Alpincenter am Kitzsteinhorn über den Wanderweg Nr. 726 mit dem Ziel Mooserboden Stausee aufgebrochen. Auf dem Weg stießen die beiden auf das deutsche Paar, die Frau 45 und der Mann 41 Jahre alt. Die Gruppe beschloss, gemeinsam weiterzugehen.

52-Jähriger von Felsbrocken getroffen
Am frühen Nachmittag stiegen die vier von der Hohen Kammerscharte auf einer Höhe von 2325 Metern ab. Gegen 13.40 Uhr löste sich oberhalb aus den Felswänden des Hochschober ein mittelgroßer Felssturz. Die beiden Paare versuchten noch, wegzulaufen. Der 53-Jährige wurde aber von Felsbrocken getroffen und tödlich verletzt. Seine Lebensgefährtin erlitt einen Schock. Auch die beiden Deutschen wurden von den Steinen verletzt. So wurde die Frau an den Beinen getroffen. Die Verletzten mit Notarzthubschraubern ins Krankenhaus Zell am See gebracht.

Die Mannschaft eines Polizeihubschraubers barg den tödlich Verunglückten und brachte den Körper ins Tal. Die Angehörigen wurden verständigt und von einem Kriseninterventionsteam (KIT des Roten Kreuzes) betreut. Im Einsatz standen zwei Mann der Alpinpolizei Zell am See, elf Mitglieder der Bergrettung Kaprun sowie drei Notarzt-und ein Polizeihubschrauber.

Riesige Gerölllawine
Die Gerölllawine war laut Maria Riedler, Sprecherin der Salzburger Bergrettung, riesig und verschüttete den Weg bis zu vier Meter hoch. Die Steinmassen donnerten insgesamt noch 800 Meter weiter den Hang hinunter, die Ausläufer erreichten beinahe den Stausee auf rund 1700 Metern. Sie erfassten auch noch einen zweiten Wanderweg, auf dem sich ebenfalls vier Wanderer befanden. Diese blieben unverletzt, teilte das Landesmedienzentrum mit.

Kein Fremdverschulden
Bei den Untersuchungen zur Ursache der Steinlawine ergaben sich keine Hinweise auf Fremdverschulden. Etwa zur gleichen Zeit ereignete sich ganz in der Nähe ein weiterer Steinschlag, und zwar im Bereich der Kebmattenalm beim Grieskogel. Dieser blieb ohne Folgen.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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