Schwerer Betrug

Anwalt Tomanek bestreitet Vorwürfe vor Gericht

Österreich
04.05.2010 17:16
Der Wiener Strafverteidiger Werner Tomanek hat sich am Dienstag im Grazer Straflandesgericht wegen Anstiftung zur Brandstiftung und schweren Betrugs verantworten müssen. In seiner Wohnung hatte im Dezember 2008 ein Feuer großen Sachschaden verursacht. Als der Täter gefasst wurde, gab er an, über einen Mittelsmann von Tomanek dazu engagiert worden zu sein. Der Anwalt und seine mitangeklagte Frau bestritten die Vorwürfe heftig.

In dem kleinen Verhandlungssaal herrschte ziemliche Platznot, denn zwischen zahlreichen Journalisten drängelten sich gleich sechs Anwälte. Einer von ihnen, Werner Tomanek, musste dann allerdings auf der Anklagebank Platz nehmen. Als endlich alle geschlichtet und aufgereiht waren, begann Staatsanwältin Christin Amschl ihr Plädoyer.

"Das Ehepaar beschloss Ende 2008, den Brand legen zu lassen", formulierte sie ganz eindeutig. Das Motiv seien finanzielle Interessen gewesen, denn aufgrund von mehreren Exekutionen ortete die Anklägerin eine gewisse Geldknappheit im Hause Tomanek. Für den Brand soll laut Anklage ein ehemaliger Mitarbeiter des Advokaten einen Steirer beauftragt haben. Über die DNA-Spuren, die der Brandleger hinterlassen hatte, wurde der Fall geklärt. Der Vermittler, der früher im Rotlichtmilieu tätig war, erklärte vor Gericht, er wolle zunächst überhaupt keine Aussage machen.

"Er hat einen Hass auf mich"
Werner Tomanek wies sämtliche Anschuldigungen empört zurück. Sein Ex-Mitarbeiter habe für ihn kleinere Arbeiten - wie den Hund auszuführen oder Chauffeur-Tätigkeiten - übernommen. Schließlich sei er aber dahinter gekommen, dass dieser Informationen an seine Frau weiterleite, und zwar über "Vergnügungen privater Natur, Ehemann oder nicht." Als er aber von einer Beziehung zwischen seiner Frau und dem vermeintlich vertrautem Mitarbeiter erfahren habe, kühlte das Verhältnis völlig ab. Der Angeklagte ließ durchblicken, dass die Brandgeschichte ein Racheakt des Ex-Mitarbeiters sein könnte. "Er hat einen Hass auf mich als potenziellen Nebenbuhler", vermutete Tomanek.

"Ich habe sehr, sehr viele Sachen"
Dass er selbst den Brand in Auftrag gegeben haben könnte, wies er zurück: "Da werd' ich grad' den beauftragen, da brauch ich keinen heruntergekommenen Straßenbahner, das ist absurd", meinte er. Außerdem "habe ich Kontakte nach Osteuropa, die machen alles und sehr gut", setzte er noch nach. Die Versicherungssumme für die Wohnung hätte wenige Tage vor dem Brand drastisch erhöht werden sollen. "Ich habe sehr, sehr viele Sachen", begründete die Ehefrau von Werner Tomanek den geplanten Schritt.

Richterin Michaela Lapanje befragte die Beschuldigte zu ihrem Vermögen, darunter Schmuck im Wert von 200.000 Euro. "Der gehört mir", meldete sich Werner Tomanek von der Anklagebank. Wie im Übrigen auch das Auto und die Pelzmäntel der Frau: "Er leiht mir alles", so die Angeklagte, was die Richterin zu heftigem Lachen reizte. Laut Verteidiger Gerald Ruhri gebe es keinen einzigen Beweis, dass seine Mandantin wirklich in die Sache verwickelt sei - außer den Angaben des Vermittlers habe man gar nichts. Der Prozess wird am kommenden Dienstag um 9 Uhr fortgesetzt.

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