22.08.2019 20:46 |

Flüchtlingsansturm

Lampedusa überfüllt, nächstes Schiff wartet schon!

Jene knapp hundert Migranten, die zuletzt nach einem tagelangen Nervenkrieg zwischen der italienischen Regierung und der spanischen Flüchtlingshilfsorganisation Proactiva Open Arms doch noch Lampedusa betreten durften, haben die Situation auf der kleinen Mittelmeerinsel verschärft. Bürgermeister Salvatore Martello zeigte sich am Donnerstag besorgt: „Das Aufnahmezentrum ist schon überfüllt.“ Mit der Ocean Viking wartet aber bereits das nächste Rettungsschiff mit über 300 Migranten an Bord (siehe Video oben).

„Es wäre sehr schwierig, sie aufzunehmen“, eklärte der Bürgermeister, stellte aber klar, dass aus humanitären Gründen niemals „Jetzt ist Schluss“ gesagt werden könne. Martello warf der Regierung in Rom vor, seine Insel mit dem Problem alleinzulassen. „Die Insel wird nur ausgenutzt für politische Kämpfe in Rom.“ In dem für 96 Menschen ausgewiesenem Aufnahmezentrum von Lampedusa halten sich derzeit mehr als 200 Menschen auf.

Essen reicht nur noch für wenige Tage
Die Ocean Viking, die von den beiden französischen NGOs SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen betrieben wird, liegt derzeit zwischen Lampedusa und Malta. Bisher erhielt die Crew weder aus Malta noch aus Italien die Erlaubnis einzulaufen. Die Trinkwasser- und Treibstoffvorräte werden nach Angaben der Besatzung zunehmend knapp. Die normalen Essensrationen reichten nur noch für fünf Tage, meinte ein an Bord befindlicher Arzt. Zudem gebe es die Befürchtung, dass sich der Zustand einiger Migranten rapide verschlechtern könnte.

Regierungskrise in Italien
Italiens rechtsextremer Innenminister Matteo Salvini hat die Häfen des Landes für Rettungsschiffe dicht gemacht. Wie es in der Einwanderungspolitik weiter geht, ist derzeit allerdings offen: Salvini ließ das Bündnis seiner Lega-Partei mit der populistischen Fünf-Sterne-Partei am 8. August platzen, der parteilose Ministerpräsident Giuseppe Conte trat am Dienstag zurück.

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