Behörden-Groteske:

Uraltem Wehr-Idyll in der Rodl droht Zerstörung

„Es ist Gesetz, aber man versteht die Welt nicht mehr“, schüttelt Bürgermeister Adi Hinterhölzl (ÖVP) in Eidenberg den Kopf: Eine jahrhundertealte Wehranlage in der Rodl muss wahrscheinlich „rückgebaut“, also abgerissen, werden, weil sie dem Stand der Technik nicht mehr entspricht. Ein Natur-Idyll würde zerstört.

Knapp drei Meter Stauhöhe, etwa 300 Meter Rückstau, von Baumreihen an den Ufern beschattet: Über mindestens zwei Jahrhunderte ist an der Sulzmühle in der Untergeng, Gemeinde Eidenberg, ein Wehr-Idyll entstanden. Doch diesem Idyll droht die Zerstörung.

Fischaufstieg fehlt
Knackpunkt ist eine (rechtzeitig beantragte) Wiederverleihung des Wasserrechts für die Wehranlage. Diese droht daran zu scheitern, dass ein dem Stand der Technik entsprechender Fischaufstieg fehlt. Zwar wurde 2002 im Zuge einer Sanierung von Hochwasserschäden ein Fischaufstieg in einer Art Treppenform errichtet, dieser widerspreche aber den Anforderungen des EU-Rechts.

Zehntausende Euro Kosten
Auf den Punkt gebracht hätte der aktuelle Besitzer des Kleinstwasserkraftwerkes, Klaus Hofer, Häuslbauer und junger Familienvater, dessen Urgroßvater Franz Hofer dort noch eine Mühle betrieb, drei teure Möglichkeiten: Neubau des Kraftwerks um 360.000 €, „nur“ Fischaufstieg um 100.000 €, oder kompletter Rückbau zwischen 50.000 und 100.000 Euro.

Appell an Vernunft
Das kann er sich nicht leisten und will es auch nicht: Alles soll so bleiben, wie es ist. Zumal es in der Rodl dort, wegen der Fischotter, eh kaum mehr Fische gibt. „Da kann nur noch die hohe Politik helfen“, meint Bürgermeister Hinterhölzl: „Ein Rückbau stünde in absolut keinem Verhältnis zu den erzielbaren Erfolgen für die Natur“, sagt er. Von diversen Negativfolgen noch gar nicht zu reden.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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