17.08.2019 08:28 |

Tod im Gefängnis

Suizid von US-Multimillionär Epstein nun bestätigt

Der Tod des US-Multimillionärs Jeffrey Epstein, der wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen angeklagt war, ist geklärt: Die Autopsie hat einen Selbstmord bestätigt, er habe sich im Gefängnis erhängt. Die Anwälte des Toten kündigten eigene Untersuchungen an.

Vergangenen Samstag war Epstein tot in seiner Zelle aufgefunden worden, was Spekulationen auslöste: Der Leichnam wies mehrere Knochenbrüche im Genick sowie einen Bruch des Zungenbeins auf. Letztgenannte Verletzung tritt vor allem bei älteren Suizidopfern häufig auf, aber auch bei Opfern von Strangulation.

Anwälte wollen eigene „unabhängige und vollständige“ Untersuchung
Der Befund sei nach „sorgfältiger Überprüfung“ aller vorliegender Ermittlungsergebnisse und des Autopsieberichts erstellt worden, erklärte die leitende New Yorker Gerichtsmedizinerin Barbara Sampson. Epsteins Anwälte betonten allerdings laut US-Medien, die Schlüsse aus der Autopsie hätten sie nicht zufriedengestellt. Die Verteidigung kündigte demnach in einer Stellungnahme eine eigene „unabhängige und vollständige“ Untersuchung der Todesumstände an.

Unterdessen sehen sich die Erben des 66-Jährigen mit einer weiteren Zivilklage durch zwei Frauen konfrontiert. In der bei einem Bundesgericht in New York eingereichten Klageschrift heißt es, dass die beiden Frauen vor 15 Jahren von Epstein sexuell missbraucht worden seien. Die mutmaßlichen Opfer fordern von Epsteins Erben und möglichen Komplizen Schadenersatz in der Höhe von 100 Millionen Dollar (rund 90 Millionen Euro).

In der Klageschrift werden die Namen der beiden mutmaßlichen Opfer nicht genannt. Deren Anwältin Lisa Bloom erklärte am Freitag, ihre Mandantinnen seien 18 und 20 Jahre alt gewesen, als sie von Epstein missbraucht worden seien. In der Klageschrift wird zudem zehn Frauen vorgeworfen, als Komplizinnen Epsteins agiert zu haben. Auch ihre Namen wurden nicht genannt.

Mit Geld für Massagen in Appartement gelockt
Nach Angaben Blooms arbeiteten die beiden mutmaßlichen Epstein-Opfer im Juni 2004 als Hostessen in einem Restaurant im New Yorker Stadtbezirk Manhattan, als eine „Rekrutiererin“ des Multimillionärs mit ihnen Kontakt aufgenommen habe. Sie habe ihnen mehrere Hundert Dollar angeboten, wenn sie Epstein in dessen Domizil aufsuchten und ihm Massagen gäben. Die „Rekrutiererin“ habe versichert, die Massagen beinhalteten keine sexuellen Berührungen.

Zwei Tage darauf hätten sich die beiden Frauen in das luxuriöse Wohnhaus Epsteins in der Nähe des New Yorker Central Parks begeben, heißt es weiter in der Klageschrift. Dort habe sie Epstein sexuell belästigt und ihnen im Anschluss mehrere Hundert Dollar ausgehändigt. Der Klageschrift zufolge waren die beiden Frauen zur Zeit des mutmaßlichen Übergriffs so „verängstigt“ von Epstein und seiner Macht, dass sie den Missbrauch damals nicht anzeigten.

In der vergangenen Woche hatte bereits ein anderes mutmaßliches Epstein-Opfer Klage eingereicht. Eine 32-jährige Frau gab an, als Teenager von Epstein sexuell belästigt und vergewaltigt worden zu sein.

Epstein war Samstagfrüh tot in seiner Gefängniszelle im Metropolitan Correctional Center in Manhattan gefunden worden. Der frühere Investmentbanker soll jahrelang minderjährige Mädchen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Bei einer Verurteilung hätten Epstein, der enge Kontakte zu hochrangigen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt eigenen Angaben zufolge trotz Epsteins Tod weiter in dem Fall.

Zu Epsteins Freunden zählten einst sogar Ex-US-Präsident Bill Clinton und der heutige Präsident Donald Trump. Um Epsteins Tod ranken sich bereits zahlreiche Theorien, die unter anderem von Trump mit angeheizt wurden.

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