Täter und Motiv unklar

Tödliche Giftanschläge auf zwei seltene Greifvögel

Mit einem EU-weit verbotenen Pflanzenschutzmittel haben Unbekannte in Meggenhofen und Auerbach zwei Rotmilane getötet. Ein veterinärmedizinisches Gutachten hat das nun zweifelsfrei belegt. Wer die seltenen Greifvögel auf dem Gewissen hat, ist unklar. Jäger und Vogelschützer sind entsetzt. In Oberösterreich brüten nur 20 Rotmilan-Paare und zählen zu den gefährdetsten Greifvögeln.

„Offenbar gibt es vereinzelt wieder Menschen, die glauben, mit Gift bestimmte Tierarten bekämpfen zu müssen. Wir setzen jetzt alles daran, die Täter zu überführen“, ärgert sich Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner über die hinterhältigen Giftattacken auf zwei Rotmilane in Meggenhofen und Auerbach. Laut einem veterinärmedizinischen Gutachten wurden die unter Schutz stehenden Greifvögel durch Giftködern gemeuchelt, die mit dem EU-weit verbotenen Pflanzenschutzmittel Carbofuran versetzt waren. „Das führt rasch zur Lähmung – die betroffenen Tiere bleibt oft in der Nähe der Köder liegen. Der Tod selbst kann sich aber über mehrere Stunden qualvoll hinziehen“, sagt Hannes Uhl, Leiter des Artenschutzprojekts Rotmilan von BirdLife.

Gefahr für andere Tiere
Derartige Giftanschläge verurteilt der Vogelexperte als dumm und verwerflich. „Solche Aktionen können alle Tiere treffen, die an Aas gehen – vom Seeadler bis zum Haushund. Wir verlangen deshalb die härtest mögliche Strafe für den oder die Täter“, so Uhl. Die Exekutive wurde eingeschaltet. Christopher Böck, Wildbiologe des Landesjagdverbands, schließt nicht aus, dass es sich bei den toten Rotmilanen um Kollateralschäden gehandelt haben könnte. „Im Umfeld des Rotmilan-Weibchens von Meggenhofen gab es auch mehrere tote Mäusebussarde.“ Zur Person des Täters tappet man noch völlig im Dunkeln. „Es könnte ein Landwirt, ein Jäger, ein Tauben- oder Kleintierzüchter oder einfach ein Tierhasser sein.“

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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