31.07.2019 11:48 |

Rätsel um Kadaver

Wolfsähnliches Tier ohne Kopf in Tirol gefunden

In Sellrain in Tirol ist am Dienstag von Pilzsuchern in einem Wald ein wolfsähnliches Tier erschossen aufgefunden worden. Bei dem stark verwesten Kadaver war auch der Kopf abgetrennt worden. Ob es sich wirklich um einen Wolf handelt, ist vorerst unklar und Gegenstand von Untersuchungen.

„Es ist zumindest ein wolfsähnliches Tier, ob ein Hund, ein Wolfshund oder wirklich ein Wolf steht derzeit noch nicht fest“, hieß es seitens der Polizei. Dem Tier war der Kopf abgetrennt worden. Aufgrund der starken Verwesung müsse das Geschöpf - ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich um ein 32,5 Kilo schweres Tier (ohne Kopf) - schon länger dort liegen, wie lange blieb vorerst jedoch unklar.

„Keine Hinweise auf verwendete Waffe“
Bei einer Pressekonferenz am späten Mittwochvormittag hieß es überdies, dass es bislang „keine Hinweise auf verwendete Waffen“ oder Projektile gebe und vom Täter vorerst jede Spur fehle. Allerdings seien die Tatortarbeiten noch nicht abgeschlossen, so Bezirkspolizeikommandant Gerhard Niederwieser.

Der Fund wurde nach einer Empfehlung des Amtstierarztes noch am Dienstag an die AGES, die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, übergeben. Dort soll geklärt werden, um welche Tierart es sich handelt. Auch werden entnommene Proben per Medizintransport nach Wien zur weiteren Untersuchung geschickt.

Täter beging ganze Reihe an Delikten
Mittlerweile haben die Ermittler bereits Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen. Sollte es sich bei dem gefundenen Kadaver tatsächlich um einen toten Wolf handeln, würde auf den Täter einiges zukommen. Nicht nur stünden ganz generell Delikte wie Eingriff in fremdes Jagdrecht, Tierquälerei und diverse Verwaltungsstraftaten im Raum, sondern auch die Tötung eines besonders geschützten Tieres.

„Abscheulicher Akt der Selbstjustiz“
Einen „abscheulichen Akt der Selbstjustiz“ befürchtet auch die Naturschutzorganisation WWF. Wenn „Wilderer in Wildwest-Manier“ den europaweit streng geschützten Wolf ausrotten wollen, sei das kein Kavaliersdelikt. Es handle sich um einen kriminellen Straftatbestand, hieß es in einer Aussendung. „Wir hoffen daher, dass die Polizei den Täter schnell ausforschen kann“, erklärte Christian Pichler, Wolfs-Experte des WWF.

Man werde jedenfalls die Ermittlungsergebnisse sichern und - bei hundertprozentiger Sicherheit, dass es sich um einen Wolf handelt - dann der Strafverfolgungsbehörde umfassend Bericht erstatten, kündigte Klaus Wallnöfer, Vorstand der Abteilung für Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei des Landes Tirol, an.

Aufregung um mehrere gerissene Schafe
Zuletzt hatte es in Tirol - und unter anderem im Sellraintal - mehrmals Aufregung um offenbar von Wolf und Bär gerissene Schafe gegeben. Letzte Woche war bekannt geworden, dass für vier Mitte Juli im Sellrain- und Inntal gerissene Schafe ein Wolf verantwortlich war.

Ein Bär konnte dagegen bei gerissenen Schafen im Pitztal und bei einem Rotwildkadaver im Außerfern nachgewiesen werden. Noch ausständig sind die Ergebnisse der DNA-Proben jener Schafe, die auf der Inzinger und Flaurlinger Alm tot aufgefunden wurden. Nicht mehr untersuchen könne man kürzlich im Pitztal entdeckte Schafe, da sie bereits stark verwest waren, hieß es seitens der Behörden.

Erneut Debatte um Abschussmöglichkeiten
Indes brach erneut eine Debatte rund um Abschussmöglichkeiten der Raubtiere los. Die Bezirkslandwirtschaftskammer brachte einen Antrag auf Entnahme - also Abschuss - von Wolf und Bär bei der Bezirkshauptmannschaft ein. Dieser wurde aber bereits abgelehnt. Der WWF hatte diese Entscheidung begrüßt. „Die umsichtige Entscheidung, den Abschussantrag abzulehnen, ist das Gegenteil eines Freibriefs für Wilderer, selbst zur Flinte zu greifen“, hielt Pichler nunmehr fest.

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