12.07.2019 13:00 |

ÖGB-naher Verein

Kirchberg: Verbleib von Verkaufserlös rätselhaft

In Kirchberg rumort es wegen eines geplanten 500-Betten-Hotels. Besorgte Bürger wollen nun die Korruptionsstaatsanwaltschaft einschalten: Sie möge die Grundgeschäfte des ÖGB-nahen Vereins prüfen.

In Kirchberg herrscht Aufregung wegen eines 500-Betten-Hotels, das eine Wiener Unternehmensgruppe auf 3,3 Hektar Grund eines gewerkschaftsnahen Vereins errichten will. Dass dieser Verein wegen möglicher verdeckter Parteienfinanzierung nun ins Visier der Justiz gerät, macht die Sache noch einmal spannender. Offenbar wurden in Kirchberg in der Vergangenheit Grundstücksverkäufe in Millionenhöhe abgewickelt, um den ÖGB-nahen Alpenhof zu erhalten. Doch das Hotel ist seit 2018 zu!

Der Verein Sozialwerk Bau-Holz ist Eigentümer dieser 33.000 Quadratmeter in bester Lage in Kirchberg (Bezirk Kitzbühel), auf dem auch der Alpenhof steht. Das Areal sollte, wie kürzlich berichtet, um 17 Millionen Euro verkauft, das Hotel abgerissen und durch ein 500-Betten-Hotel ersetzt werden. So weit der Plan.

Sozialer Wohnbau - Bei ÖGB-Verein Fehlanzeige
Einige Kirchberger Hoteliers durchkreuzen diesen aber nach Kräften: Ein Großhotel würde das Preisgefüge im Ort zerstören und alteingesessene Betriebe in den Ruin treiben, so die Befürchtung. Sie halten den möglichen Bau eines derartigen Hotels auf Gewerkschaftsgrund u. a. auch deshalb für einen Skandal, weil auf den gesamten 33.000 Quadratmetern Fläche keine einzige Sozialwohnung errichtet werden sollte.

Erlöse hätten in Hotel investiert werden sollen
Mehr noch. Sie orten einen „Skandal hinter dem Skandal“: Denn der Verein Sozialwerk Bau-Holz mit engen Verflechtungen ins Bundespräsidium sei in der Vergangenheit mehrmals an die Gemeinde herangetreten mit der Bitte, Grundstücksverkäufen zuzustimmen, um mit dem Erlös den Alpenhof renovieren und den Betrieb erfolgreich fortführen zu können.

Hotel noch vor der Saison 2018 zugedreht
Die Gemeinde mit SPÖ-Bürgermeister an der Spitze legte sich nicht quer. „2014 wurden bei Grundstücksverkäufen mehrere Millionen Euro lukriert“, wissen Kirchberger Insider zu berichten. Doch das Geld landete nicht dort, wo es sollte. „Denn sonst hätte der Hotelbetrieb nicht ruckzuck zugedreht werden müssen.“

Korruptionsstaatsanwaltschaft soll prüfen
Sie wollen nun mit einer Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft erreichen, dass auch dieser Verein - neben 13 anderen von ÖVP, FPÖ und SPÖ - genau geprüft wird: „Der Verein hat horrende Summen kassiert, aber keiner weiß, wohin das Geld geflossen ist!“

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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