„Einarmige Banditen“

Kleines Glücksspiel verboten, Kontrolle ‘zu lasch‘

Tirol
19.04.2010 10:38
Das sogenannte kleine Glücksspiel – bei maximal 50 Cent Einsatz bis zu 20 Euro Gewinn – ist in Tirol zwar verboten, doch alleine in den Bezirken Innsbruck und Innsbruck-Land soll es zwischen 100 und 150 solcher "Einarmiger Banditen" geben. "Zum einen kontrolliert die Polizei nicht ausreichend, zum anderen sind die Strafen für Betreiber zu niedrig", fordert LA Gebi Mair (Grüne) eine härtere Gangart.

Dass das kleine Glücksspiel in Tirol verboten ist, findet Mair gut: "Auch mit kleinen Beträgen kann man ganze Vermögen verlieren!" Trotzdem boomen die "Einarmigen Banditen" in Tirol. Wie viele Automaten es im Land gibt, weiß niemand so genau. Mair vermutet in Innsbruck und Innsbruck-Land allein rund 150 illegale Automaten.

Mair glaubt, dass zum einen die Kontrollen zu lasch sind. „Eine Schwierigkeit stellt aber auch dar, dass Sportwetten und somit auch Wettautomaten für Sportwetten erlaubt sind. Das ermöglicht, dass Glücksspielautomaten als Wettautomaten getarnt werden“, erklärt LA Mair im Gespräch mit der „Tiroler Krone“.

Wie er von Insidern weiß, verdienen Betreiber von solchen Automaten im Monat zwischen 10.000 und 15.000 Euro. "Ich habe in den vergangenen Wochen eine Liste mit Automaten erstellt, bei denen der Verdacht besteht, dass es sich um illegales Glücksspiel handelt. Ich werde diese Liste nun der Polizei übergeben und will, dass alle Automaten kontrolliert werden", so der Grün-Abgeordnete weiter.

Doch damit nicht genug: Beim kommenden Landtag (5. und 6. Mai) wird Gebi Mair einen Antrag einbringen, in dem er höhere Strafen für illegale Glücksspielbetreiber fordert. "Derzeit betragen die Strafen maximal 15.000 Euro, diese sollen auf 50.000 Euro erhöht werden", sagt der grüne LA Gebi Mair abschließend.

von Markus Gassler, Tiroler Krone

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