25.06.2019 15:00

Wienerin verzweifelt

Slowenien: Flixbus lässt fünf Passagiere stehen

Die Fahrt in den Adria-Urlaub wurde für Ingrid B. zur Hölle. Die Frau aus Wien-Döbling und vier weitere Passagiere wurden in der slowenischen Einöde „ausgesetzt“, der Buslenker hatte sie offenbar vergessen. Ohne Geld und Papiere musste die Pensionistin nach Hause trampen.

Eigentlich wollte die Wienerin diese Woche im kroatischen Badeort Crikvenica verbringen. Anreise mit Flixbus. Samstagfrüh stieg sie in Wien-Erdberg ein. Nach vier Stunden Fahrt der erste Halt kurz nach der Grenze bei Spielfeld. Ingrid B. stieg aus, um sich die Beine zu vertreten, andere, um zu rauchen. „Der Fahrer sagte: ,Fünf Minuten Pause.‘ Alle hielten sich in Sichtweite auf“, erzählt die 75-Jährige.

Bus fuhr ohne Vorwarnung davon
„Kurz darauf fuhr der Bus ohne Vorwarnung ab.“ Ingrid B. und vier andere Passagiere blieben auf dem Mini-Parkplatz zurück. „Mein Koffer, Geld, Pass, Handy, alles war im Fahrzeug.“ Der telefonische Versuch der Gestrandeten, über die Flixbus-Hotline den Lenker zur Umkehr zu bewegen oder für einen Ersatztransfer zu sorgen, scheiterte.

Zu Fuß zurück zur Grenze
Zu Fuß marschierte die Gruppe zur Grenze zurück. Nach Stunden nahm ein Reisebus Ingrid B. (gratis) nach Wien mit. Ihre Sachen hat sie bis heute nicht wieder. Der Schaden inklusive Hotel-Entfall beträgt an die 1000 Euro.

Das Unternehmen erklärt gegenüber der „Krone“, dass man noch auf Rückmeldung aus dem Fundbüro warte. Die Busflotte sei „komplett digitalisiert“, wodurch man die exakten Standzeiten feststellen könne. In diesem Fall seien es die angekündigten fünf Minuten gewesen. „Um den regulären Fahrplan einzuhalten und Verspätungen zu vermeiden, kann leider nicht immer auf Fahrgäste gewartet werden, die nicht rechtzeitig zum Fahrzeug zurückkehren - auch aus Respekt den anderen Reisenden gegenüber. Die Verantwortung wieder pünktlich zur Weiterfahrt am Bus zu sein, liegt bei den Fahrgästen selbst“, so ein Sprecher des Unternehmens.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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