21.06.2019 06:00 |

Hände gebunden

Brandanschläge von Graz: Polizei war machtlos

Er schweigt - jener 45-jährige Iraker, der am Mittwoch in Graz vier Brandanschläge verübt, am Hauptbahnhof randaliert und zwei Menschen verletzt hat. Bereits am Dienstag hatte es Anzeichen gegeben, dass es zu der Tat kommen könnte. Die Polizei wusste nichts davon, aber sie hätte ohnehin nicht viel tun können.

Der Iraker - ihm und seiner Frau waren schon vor Jahren alle drei Kinder entzogen worden - tauchte am Dienstag in der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung auf. Einer Sozialarbeiterin gegenüber sagte er, dass er „alles abheizen“ würde. Der Vorfall wurde als Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geschickt und dürfte dort vermutlich erst dieser Tage auf dem Schreibtisch eines Juristen landen.

Die Polizei wurde nicht informiert. Hätte sie von der Drohung gewusst, wären ihr die Hände gebunden gewesen. Nach der Einvernahme des (mit Sicherheit nicht geständigen) Irakers hätten ihn die Beamten gehen lassen müssen. Die Brandanschläge vom Mittwoch auf das Pflegschaftsgericht, das Rathaus, die Bezirkshauptmannschaft und auf dem Hauptbahnhof waren somit wohl nicht zu verhindern.

Der Iraker trug einen Rucksack, in dem sich Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit befanden. Worum es sich dabei handelte, wird gerade im Bundeskriminalamt analysiert. Nach den Anschlägen randalierte der Iraker am Bahnhof. Mit einem Staubsaugerrohr demolierte er am Europaplatz 3 den Stand der Firma Brezelkönig, dann beschädigte er im Bahnhofsgebäude einen Ticketautomaten der ÖBB und ging wahllos auf Passanten los. Es gab zwei Verletzte.

Der Verdächtige schweigt. Auch seine Ehefrau will mit der Polizei nicht reden. Die Erhebungen gehen weiter.

Manfred Niederl
Manfred Niederl
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