16.06.2019 08:44 |

Öltanker in Flammen

Saudis machen Iran für Attacken verantwortlich

Nach den USA und Großbritannien hat nun auch Saudi-Arabien den Iran für die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman verantwortlich gemacht. Das „iranische Regime“ habe den Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe nicht respektiert und während dessen Anwesenheit die Schiffe angegriffen, eines davon ein japanisches, sagte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman der arabischen Zeitung „Al-Sharq al-Awsat“.

Die beiden Tanker waren Donnerstagfrüh bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Zu dieser Zeit war Abe in Teheran, um im Konflikt mit dem Iran zu vermitteln. Die Front Altair einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand (siehe Video oben). Auch der japanische Betreiber des Tankers Kokuka Courageous berichtete von zwei Detonationen auf seinem Schiff. Die genauen Hintergründe sind bisher unklar.

Iranische Führung weist jede Schuld von sich
Auch die USA, ein enger Verbündeter Saudi-Arabiens, und Großbritannien machten den Iran für die mutmaßlichen Angriffe verantwortlich. Nach Überzeugung des britischen Außenministers Jeremy Hunt wurden die Attacken von den iranischen Revolutionsgarden ausgeführt. Kein anderer Staat oder nicht-staatlicher Akteur käme dafür vernünftigerweise in Betracht, betonte Hunt in einer am Freitagabend veröffentlichten Erklärung. Die Regierung in Teheran wies die Anschuldigungen scharf zurück und sprach von „grundlosen Unterstellungen“.

Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in dem schiitischen Nachbarn einen Erzfeind. Das Königreich wirft dem Iran vor, sich in die inneren Angelegenheiten der arabischen Länder einzumischen. Der Iran weist das entschieden zurück. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der auch Verteidigungsminister ist, gilt als der starke Mann des Landes.

Saudischer Thronfolger: „Problem liegt in Teheran“
Von der internationalen Gemeinschaft forderte der Thronfolger eine „entschlossene Haltung“. Sein Land wolle keinen Krieg, sagte der Kronprinz weiter. Zugleich betonte er jedoch: „Wir werden nicht zögern, jeder Bedrohung für unser Volk, unsere Souveränität und unsere lebenswichtigen Interessen zu begegnen.“ Das Problem liege allein in Teheran. Der Iran sei derjenige, der die Lage in der Region eskaliere und terroristische Angriffe verübe, entweder direkt oder über ihm treue Milizen. „Das zeigt deutlich den Kurs des iranischen Regimes und seine Absichten, die auf die Sicherheit und Stabilität der Region abzielen.“

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