So, 16. Juni 2019
23.05.2019 06:00

„Es tut mir leid“

Sex-Überfall auf Wienerin in eigener Wohnung

Man mag sich gar nicht vorstellen, was das heißt: Von einem Fremden in der eigenen Wohnung überwältigt, vergewaltigt und eingesperrt zu werden. Einer Frau ging es heuer in Wien so, nachdem ein Mann sie nachts auf dem Heimweg verfolgt hatte. Jetzt auf der Anklagebank sagt der 21-Jährige: „Es tut mir leid.“

„Es ist mir unerklärlich, wie das passieren hat können“, erklärt der Afghane Richterin Sonja Höpler-Salat. 2014 war er nach Österreich gekommen, „mit guten Absichten. Der Arbeit wegen.“ Gearbeitet hat er auch. Nicht gut war, was er eines Abends nach seiner Schicht als Kellner tat: Er war mit Freunden fort, man fuhr in einen Sex-Club, in dem der Bursch Stammgast ist.

Noch höflich gegrüßt, dann angegriffen
Das dortige Angebot nutzte er an diesem Tag aber nicht: „Mir ging es nicht gut, ich ging spazieren.“ Dabei sah er das spätere Opfer: Er schlich ihr bis in das Wohnhaus nach, sprang im letzten Moment zu ihr in den Lift. Grüßte noch höflich! So vermutete sie auch nichts Böses, sperrte ihre Wohnungstüre auf.

Da drängte er sie hinein, hielt ihr Mund und Nase zu. Fixierte sie auf ihrem Bett, sagte immer wieder „Ich will dich f ... !“ und verging sich an ihr. Dann verschwand er, nahm ihr Handy mit, sperrte sie auch noch ein. Irgendwann gelang es ihr, Hilfe zu holen. Viereinhalb Jahre Haft.

Silvia Schober, Kronen Zeitung

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