16.05.2019 15:00 |

Standplätze gestrichen

Fiaker-Streik: „Wir besetzen den Rathausplatz“

Den Fiakern in Wien reicht es: Mit Hunderten Pferden (allerdings ohne Pferdewindeln!) und Kutschen wollen sie den Rathausplatz besetzen und das Rathaus umstellen. Als Demo offiziell angemeldet an je einem Tag im Mai und Juni. Auslöser: Über Nacht hat ihnen der Magistrat erneut Standplätze in der City gekappt.

Ohne die Betroffenen zu informieren, wurden am Michaelerplatz sowie am Petersplatz Verbotstafeln aufgestellt. Fiaker, die sich ahnungslos dort hingestellt haben, wurden bereits angezeigt. Nach dem „Kahlschlag“ am Stephansplatz „fehlen uns jetzt schon 17 Standplätze in Wien“, sagt Fiaker-Sprecherin und zweitgrößte Kutschenunternehmerin der Stadt, Ursula Chytracek. Sie organisiert den Streik, bei dem „sämtliche Fiakerbetriebe geschlossen“ mitmachen. Die aufgebrachten Pferdebesitzer glauben, dass sie durch permanente Sticheleien aus zentralen Lagen des 1. Bezirks vertrieben werden sollen.

Zweifelhafte Begründung für Streichung
„Es sieht so aus, dass die Fiaker an den Ring gedrängt werden. Doch das ist in Bezug auf den Tierschutz die schlechteste Lösung. Dort haben die Pferde keine Ruhe“, erklärt Werner Kaizar vom Verein Pro Fiakerkultur. Tatsächlich klingt die Begründung für die Stellplatz-Streichung auf den beiden Plätzen zweifelhaft: Die Fiaker hätten dem Magistrat falsche Kutschenmaße gemeldet. Die Wagen seien tatsächlich kürzer und bräuchten deshalb weniger Platz. Die Maßnahme fällt in eine sensible Phase: Wirtschaftskammer und Stadt verhandeln über neue Stellplätze am Heldenplatz. Das würde alle Probleme lösen.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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