Mi, 22. Mai 2019
07.05.2019 14:33

krone.tv-Interview

„Sind für Szenarien wie in Moskau gut gerüstet“

Nachdem am Sonntag bei einer Notlandung auf einem Moskauer Flughafen eine russische Aeroflot-Maschine in Flammen aufgegangen war und 41 Insassen ums Leben gekommen waren, hat am Dienstag Roland Pachtner im krone.tv-Studio Platz genommen. Der Leiter der Feuerwehr des Wiener Flughafens erläuterte im Gespräch mit Gerhard Koller, wie in Schwechat bei einem ähnlichen Unglück vorgegangen werden würde. Durch klare Einsatzpläne und eine effiziente Truppe sei man für derartige Szenarien bestens gerüstet, so Pachtner, der hinzufügte: „Bei uns wäre die Eingreifzeit wesentlich schneller gewesen als in Russland.“

Am Airport Wien sind zwei Feuerwachen rund um die Uhr besetzt, von ihnen aus kann jeder Ort am Flughafengelände binnen drei Minuten erreicht werden. Zum Team gehören rund hundert hauptberufliche Kräfte, von diesen müssen 18 Mann rund um die Uhr im Einsatz bzw. einsatzbereit sein. Dazu kommen zwei Sanitäter, ein Notarzt und vier bis fünf nebenberufliche Feuerwehrleute. Alle Mitarbeiter sind bereits zum Zeitpunkt ihrer Einstellung fertig ausgebildete Feuerwehrleute. Da man aber Flugzeugbrandbekämpfung nirgends lernen könne, müsse man auch im eigenen oder in internationalen Ausbildungszentren hart trainieren.

3200 Einsätze der Flughafenfeuerwehr pro Jahr
Pachtner: „Wir haben rund 3200 Einsätze aller Art pro Jahr, das sind neun am Tag. Nur die Flugzeuge betreffend haben wir 20 bis 25 Alarmierungen im Jahr, die allermeisten davon sind vorbeugender Natur. Durch solche Bereitschaftsalarme kann die Eingreifzeit verkürzt werden.“ Man rücke lieber einmal zu oft aus als einmal zu wenig.

„Bei uns wäre die Eingreifzeit wesentlich schneller gewesen“
„Ich glaube, dass wir sehr, sehr gut für solche Worst-Case-Szenarien wie in Moskau vorbereitet sind. Dafür stehe ich auch als Abteilungsleiter. Bei so einem extremen Ereignis spielen auch viele Details eine Rolle, aber ich glaube trotzdem, dass die Eingreifzeit bei uns wesentlich schneller gewesen wäre“, so Pachtner. Zumindest die Crew der Unglücksmaschine habe aber alles richtig gemacht: „Die Notausgängen und Rutschen wurden bereits kurz nach Landung zur Evakuierung geöffnet.“

„Hauptaufgabe ist es, möglichst viele Menschen retten“
Flugzeuge sind so gebaut, dass sie in 90 Sekunden evakuiert werden können, sofern alle Notausgänge zur Verfügung stehen. Hauptaufgabe sei es nicht, den Brand zu löschen, sondern möglichst viele Menschen zu retten. In Moskau sei offenbar die Flughafenfeuerwehr vor der Notlandung nicht informiert worden. Da das Flugzeug bereits stark brannte, hätte man aber wegen der großen Hitze von mehr als 1000 Grad Celsius die ersten 30 bis 40 Sekunden nach der Landung ohnehin nicht eingreifen können.

41 Tote bei Notlandung in Moskau
Bei der Notlandung der Aeroflot-Maschine am Moskauer Flughafen Scheremetjewo starben am Sonntag 41 Menschen. Unter den Toten sind auch ein Mitglied der Crew und mindestens zwei Kinder, hieß es. Die genaue Unfallursache ist noch nicht geklärt, es dürfte sich aber um einen technischen Fehler handeln, der möglicherweise von einem Blitzeinschlag hervorgerufen wurde.

Georg Horner
Georg Horner

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