Klimawandel schuld

Nach 30 Jahren Streit: Insel versinkt im Meer

Ausland
24.03.2010 13:19
Nachdem sich Indien und Bangladesch fast 30 Jahre über den Anspruch auf eine kleine Felsinsel in der Bucht von Bengalen gestritten haben, hat sich der Konflikt jetzt von selbst gelöst: New Moore Island ist im Meer versunken.

Der steigende Wasserspiegel habe die Insel nun komplett untergehen lassen, berichtet der Ozeanograph Sugata Hazra, Professor an der Jadavpur-Universität in Kalkutta. Das Verschwinden des in Indien Purbasha und in Bangladesh South Talpatti genannten Eilands sei sowohl durch Satellitenbilder (siehe Bild aus Google Earth) als auch durch Seepatrouillen bestätigt worden. 

30 Jahre lang hatten Indien und Bangladesch über den Grenzverlauf (im Bild die nicht fortgesetzte gelbe Linie) debattiert. "Was diese beiden Länder in jahrelangen Gesprächen nicht erreicht haben, wurde von der globalen Erwärmung gelöst", meinte Hazra. 

Zehn weitere Inseln bedroht
Studien zufolge sei der Meeresspiegel in der Bucht von Bengalen bis ins Jahr 2000 um jährlich etwa drei Millimeter gestiegen, im vergangenen Jahrzehnt aber um jährlich fünf Millimeter. Eine weitere Insel in der Region, Lohachara, ging bereits 1996 unter, seine Bewohner mussten aufs Festland umsiedeln. Mindestens zehn weitere Inseln seien bedroht. New Moore Island, 3,5 Kilometer lang und drei Kilometer breit, war unbewohnt.

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