So, 26. Mai 2019
01.05.2019 17:32

Jugendtheater

Solidarität als Abenteuer: „Die rote Zora“ in Graz

Mit „Die rote Zora“ hat Kurt Held 1941 einen immer noch gültigen Klassiker der Literatur für junge Leser geschaffen. Im Grazer Next Liberty bringt der steirische Regisseur Georg Schütky die Geschichte mit einem tollen Ensemble auf die Bühne und findet dabei genau den richtigen Ton zwischen Abenteuer und Sozialkritik.

Amelie Bauer trägt die Perücke der roten Zora noch nicht, als sie das erste Mal vors Publikum tritt. Man kann ihr und Gregor Kohlhofer, der den Branko spielt, zusehen, wie sie symbolisch in die beiden Hauptrollen des Klassikers schlüpfen. Es ist vorerst nur ein kleiner Kniff der Inszenierung von Georg Schütky, der am Ende jedoch noch große Wirkung entfalten soll.

Verschachtelte Welt
Sobald die Rollen sitzen, geht es ab an die kroatische Küste, wo die abenteuerliche Geschichte spielt: Ausstatterin Anja Lichtenegger hat sie in eine verschachtelte Welt verwandelt. Nach dem Tod seiner Mutter trifft Branko dort auf die tapfere Zora, die ihn in ihre widerspenstige Bande von Verstoßenen (toll: Thilo Langer, Christoph Steiner und David Valentek) aufnimmt.

Da die Gesellschaft sie sowieso abstempelt, statt ihnen zu helfen, nehmen sie sich das Recht heraus, sich ihr Überleben durch kleine Diebstähle zu sichern. Dabei geraten sie in Konflikt mit dem reichen Karaman (herrlich böse: Helmut Pucher), der den Bürgermeister (Musiker Stefan Heckel) voll in seiner Kontrolle hat. Und sie finden in dem alten Fischer (wunderbar schrullig: Alexander Mitterer) einen Erwachsenen, der bereit ist, ihnen eine Chance zu geben.

Abenteuergeschichte und Sozialkritik
So wie der Kinderbuchklassiker selbst findet auch Schütky in seiner Inszenierung eine gute Balance zwischen Abenteuergeschichte und Sozialkritik. Und er hat mit Amelie Bauer und Gregor Kohlhofer ein wunderbar gegen den Strich gebürstetes Duo an der Spitze des Ensembles, das mit großem Gespür für Zwischentöne in ihre Figuren eintaucht.

Bis sie kurz vor dem Ende wieder aus ihren Rollen aussteigen und Zora ihre Perücke ablegt und weiter reicht. Denn jeder von uns kann jederzeit zum Außenseiter werden. Und jeder von uns hat ihn in sich: den Mut der roten Zora und ihrer Bande zu Solidarität.

Dass der Klassiker immer noch ankommt, bewies ein frenetisch jubelndes Premierenpublikum. Zudem sind alle Termine schon jetzt bis auf wenige Restkarten ausverkauft.

Christoph Hartner
Christoph Hartner

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