Di, 25. Juni 2019
29.04.2019 16:19

Tochter gerade geboren

Bestürzung! Sural-Unfall beschäftigt Fans weltweit

Der Tod von jungen Fußballern trifft einen immer hart, aber Josef Sural hat jahrelang 30 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, in Brünn gespielt. Er galt als eines der größten Talente des tschechischen Fußballs. Den Sprung ins Nationalteam schaffte er mit 23, er war einer der Ewig-Jungen. Er ist kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden.

Geboren am 30. Mai 1990 in der kleinen mährischen Stadt Hustopece war sein Weg zur Erstligamannschaft Zbrojavka Brünn vorgezeichnet. Nach fünf Jahren Brünn wechselte er nach Liberec, wo er weitere fünf Jahre blieb. Dann zog es ihn in die Hauptstadt, er war der einzige Tscheche, der es ins Mitteldfeld von Sparta Prag schaffte. Und er spielte auffallend stark, er war der geborene Mittelfeldregisseur.

Technisch versiert
Er war technisch so gut, dass man auch im Ausland auf ihn aufmerksam wurde. Eine Mannschaft aus der Türkei, Alanyaspor angelte ihn und im Jänner dieses Jahres wechselte er in die Türkei in die Süperlig. Alles schien so schön: Seine kleine Tochter, sein zweites Kind ist vor einigen Wochen geboren, Alanyaspor kämpfte oben mit, in Tschechien war man stolz auf ihn. Und dann kam der Unfall.

Nachricht traf Fußballwelt ins Herz
Die Twitter-Nachricht von Alanyaspor traf die Fußballwelt ins Herz: „Der tschechische Fußball-Nationalspieler Josef Sural (28) ist bei einem Busunfall in der Türkei ums Leben gekommen“. Er sei seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu und die Nachrichtenagentur DHA meldeten, dass insgesamt sieben Spieler auf dem Rückweg von einem Auswärtsspiel im zentraltürkischen Kayseri (1:1) ins südtürkische Alanya gewesen seien, als ihr Minibus am frühen Morgen von der Straße abkam. DHA zufolge stürzte er in einen Wassergraben. Dabei sei Sural aus dem Bus geschleudert worden.

Wie es zu dem Unfall kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Ersten Angaben zufolge soll der Fahrer eingeschlafen sein. Wieso die Spieler in einem offenbar selbst gemieteten Minibus allein unterwegs waren statt im Mannschaftsbus, blieb zunächst unklar.

Nach Operation gestorben
Den Mannschaftsarzt von Alanya, Ismail Yetkin, sagte laut Anadolu, dass Sural mehrere schwere Brüche erlitten habe, unter anderem Wirbel- und Rippenbrüche sowie Frakturen in den Beinen. Die anderen Spieler - Steven Caulker, Djalma Campos, Wanderson Baiano, Papiss Demba Cisse, Isaac Sackey und Welinton Souza - seien leichter verletzt worden. DHA berichtete, Sackey habe sich den rechten Arm gebrochen, Souza einen Finger und Caulker habe Schürfwunden erlitten. Auch die übrigen Spieler seien im Krankenhaus behandelt worden. Sural sei nach einer Operation gestorben.

Der türkische Fußballbund teilte mit, dass vor allen Profi-Ligaspielen zwischen dem 29. April und dem 6. Mai eine Schweigeminute eingelegt werden solle. Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Sportminister Mehmet Kasapoglu twitterten Beileidsbekundungen. Trauerbotschaften kamen auch von anderen türkischen Erstligisten wie den Vereinen Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas. Sural war erst im Jänner von Sparta Prag zu Alanyaspor gewechselt. Er absolvierte 20 Länderspiele für die tschechische Nationalmannschaft. In seiner Ligazeit bei Sparta Prag, Slovan Liberec und Zbrojovka Brünn erzielte er in 217 Begegnungen 52 Tore. „Er war ein bescheidener und ehrlicher Kerl“, teilte Nationaltrainer Jaroslav Silhavy in Prag mit. Auch sein Mitspieler bei Sparta Prag, Rio Mavuba schrieb: „Er war nicht nur ein guter Fußballer, sondern ein guter Mensch. Wir denken an dich und deine Familie, Josef“.

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