17.03.2010 11:52

Völkermord-Streit

Türkei droht 100.000 Armeniern mit Ausweisung

Nach dem Streit um neue Völkermord-Resolutionen hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan 100.000 illegal im Land lebenden Armeniern mit Ausweisung gedroht. In einem Interview sagte der Premier, die jüngsten ausländischen Resolutionen würden vor allem Armenien selbst schaden.

Der Stockholmer Reichstag und der Auswärtige Ausschuss im US-Repräsentantenhaus hatten kürzlich die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich als Genozid bewertet und damit das Verhältnis zur Türkei belastet. Kritiker der Resolutionen haben gewarnt, dass diese den Versöhnungsprozess zwischen Türken und Armeniern stoppen könnte.

"Los, zurück in euer Land"
"Schauen Sie, in meinem Land leben etwa 170.000 Armenier. Davon sind 70.000 meine Bürger, die anderen 100.000 sind nur zeitweise in unserem Land", sagte Erdogan in dem Interview mit dem türkischen Programm der BBC. "Was werde ich machen? Wenn es nötig ist, sage ich diesen 100.000: 'Los, zurück in euer Land'. Das werde ich machen. Warum? Sie sind nicht meine Bürger. Ich muss sie nicht in meinem Land dulden."

Bis zu 1,5 Millionen Todesopfer
Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen 1915/16 während des Ersten Weltkriegs zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich ums Leben. Der Vorwurf des Genozids wird von der Türkei allerdings vehement bestritten. Die christlichen Armenier hätten an der Seite des Kriegsgegners Russland gestanden, heißt es zur Begründung.

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