06.04.2019 13:57 |

Galt als hochriskant

Expedition zu isoliertem Amazonas-Volk geglückt

Im brasilianischen Amazonasgebiet hat eine hochriskante Expedition zu bisher isoliert lebenden Mitgliedern eines Stammes zu ersten Kontakten geführt. Insgesamt seien 34 Angehörige des Volkes Korubo im indigenen Schutzgebiet Vale do Javari im Staat Amazonas an der Grenze zu Peru angetroffen worden, teilte die für den Schutz indigener Völker zuständige staatliche Behörde Fundacao Nacional do Índio (Funai) mit.

Die gut 30 Mann starke Expedition, darunter mehrere Indigene der Korubo und anderer Stämme, war am 3. März gestartet. Sie hatte als hochriskant gegolten, da nicht klar war, wie die isoliert lebenden Indigenen reagieren würden. Am 19. März seien die ersten zwei Korubo ohne bisherigen Kontakt zur Außenwelt bei der Jagd angetroffen worden.

„Ein sehr emotionales Erlebnis“
„Das war ein sehr emotionales Erlebnis“, sagte Expeditionsleiter Bruno Pereira. „Es stellte sich heraus, dass die beiden Brüder eines Expeditionsmitglieds waren. Sie hatten sich seit 2015 nicht mehr gesehen und gedacht, der Bruder sei tot.“

Geglückt ist dies auch weiteren Mitgliedern der Korubo, die während eines Konfliktes mit dem ebenfalls in dem Gebiet lebenden Volk der Matis geflohen waren. 2014 hatten Auseinandersetzungen zu mehreren Toten geführt. Nun konnten diese Stammesangehörigen wieder mit ihren Familien vereint werden.

Fotos auf der Facebook-Seite von Funai zeigten einige der nun kontaktierten Korubo an der Seite von Expeditionsleiter Bruno Pereira.

Ein weiteres Ziel der Expedition ist, neue Konflikte zwischen den Korubo und den Matis zu verhindern. Darum hatten Korubo-Angehörige gebeten, weil sie sich von den Matis bedroht gefühlt hatten.

Die Expedition war die erste unter der Regierung des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro, aber bereits seit mehr als drei Jahren geplant. Bolsonaro will die wirtschaftliche Nutzung des Amazonasbeckens weiter vorantreiben.

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