22.03.2019 13:17 |

Jens Harzer

Iffland-Ring: Mythos hat jetzt einen neuen Träger

Der deutsche Schauspieler Jens Harzer (47), Ensemblemitglied am Thalia Theater Hamburg und wiederholt bei den Salzburger Festspielen zu sehen, ist der neue Träger des Iffland-Rings. Er wurde von Bruno Ganz, dem Mitte Februar verstorbenen bisher letzten Träger dieser Auszeichnung, als sein Nachfolger als „würdigster“ Schauspieler des deutschen Sprachraums bestimmt.

Die Ernennung gab Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) am Freitag in einer Aussendung bekannt. Der Ring wird von Träger zu Träger vermacht. „Bruno Ganz hat mit seiner Entscheidung einen Künstler ausgewählt, dessen Wirken weit über die Bühne hinausreicht. Harzer ist ein Schauspieler, der durch sein facettenreiches Schaffen auffällt“, wird Blümel zitiert. Er will den Ring auf der Bühne im Wiener Burgtheater überreichen, die Zeremonie soll noch vor dem Sommer stattfinden. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest.

Harzer war auch schon in „Tatort“ oder „Bayblon Berlin“ zu sehen
Bekannt ist Harzer auch aus dem Fernsehen, wo er unter anderem im „Tatort“ oder in „Babylon Berlin“ zu sehen war. Harzer ist Träger zahlreicher Auszeichnungen und wurde zweimal von der Zeitschrift „Theater heute“ zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt. „Dieses Talent erfährt mit der Auszeichnung durch den Iffland-Ring nun eine weitere Würdigung“, so Blümel.

Iffland-Ring: Laut Überlieferung von Goethe an Schauspieler übergeben
Der Iffland-Ring besitzt eine weitreichende Tradition: Laut Überlieferung wurde er von Dichterfürst Goethe dem Schauspieler, Dramatiker und Theaterleiter August Wilhelm Iffland (1759-1814) übergeben und ist dem jeweils bedeutendsten deutschsprachigen Schauspieler weiterzugeben. Der Ring aus Eisen trägt einen großen blauvioletten Halbedelstein, den der Kopf des Künstlers ziert, umgeben von 28 kleinen Diamanten.

Von 1996 bis zu seinem Tod im Februar 2019 war der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz Träger des Rings. Zu den Geehrten gehörten zuvor Albert Bassermann (1867-1952), Werner Krauß (1884-1959) und Josef Meinrad (1913-1996).

Träger muss sich binnen drei Monaten für Nachfolger entscheiden
Wer den Iffland-Ring bekommt, muss sich innerhalb von drei Monaten bereits für einen Nachfolger entscheiden und den Namen in einem versiegelten Kuvert im österreichischen Kunstministerium deponieren.

Meinrad, Ringträger seit 1959, hatte seine letzte Verfügung 1984 geändert: „Mein Wunsch ist es, dass nach meinem Tode Bruno Ganz den Iffland-Ring erhält“, hieß es in dem Brief ohne nähere Begründung. Ganz soll seinen fast gleichaltrigen Bühnenkollegen Gert Voss als Nachfolger bestimmt haben. Voss starb aber 2014 - daher musste Ganz seine Wahl noch einmal ändern. Sie fiel auf Jens Harzer.

 krone.at
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