21.03.2019 13:12 |

Konzern ermittelt

Wirbel um angebliches Türkisch-Verbot bei BMW

Aufregung beim deutschen Automobilhersteller BMW: Ein Vorarbeiter soll seinen Mitarbeitern verboten haben, sich untereinander auf Türkisch zu unterhalten. Grund: mehrfache Lästereien in türkischer Sprache über andere Kollegen. Der Konzern zeigte sich schockiert über den Fall, die Personalabteilung veranlasste eine interne Prüfung wegen möglicher Diskriminierung.

Konkret handelt es sich um das Fahrzeug-Aufbereitungszentrum von BMW in Garching bei München, in dem rund 100 Mitarbeiter beschäftigt sind. Der beschuldigte Vorarbeiter soll rund 20 deutsch-türkischen Kollegen in eine separate Schicht versetzt und diesen verboten haben, untereinander Türkisch zu sprechen.

Nur Deutsch sei erlaubt, soll der Vorarbeiter befohlen haben, wie die „Bild“-Zeitung von Informanten aus dem Werk erfuhr. Der Vorgesetzte wollte so angeblich Lästereien über Kollegen unterbinden. Das Verbot sollte dabei nicht nur in den Arbeitsräumen gelten, sondern auch in sämtlichen Sozialräumen, in denen die Mitarbeiter ihre Pausen verbringen.

BMW: „Wir tolerieren keinerlei Diskriminierung
Die betroffenen Mitarbeiter liefen gegen das Verbot sturm. Da sie sich diskriminiert fühlten, reichten sie Beschwerde beim Betriebsrat ein. Die Personalabteilung zeigte sich über den Vorfall schockiert und veranlasste eine Überprüfung. „Das Unternehmen schreibt Mitarbeitern nicht vor, in welcher Sprache sie sich unterhalten sollen. Wir tolerieren keinerlei Diskriminierung“, stellte Konzern-Sprecher Jochen Frey gegenüber der „Bild“ klar. Allerdings schränkte er ein, dass Arbeitsanweisungen grundsätzlich für alle verständlich und auf Deutsch erfolgen sollten.

Deutsch-türkische Freundschaftsföderation ehrte BMW für Integration
Derzeit sind beim BMW-Konzern mehr als 7000 Mitarbeiter aus mehr als 50 Nationen beschäftigt. Brisant: 2004 wurde der BMW Group von der deutsch-türkischen Freundschaftsföderation für ihre langjährigen Bemühungen für die Integration ausländischer Mitarbeiter der Wirtschaftspreis verliehen. „Bei der BMW Group steht der Mitarbeiter als Mensch im Vordergrund, nicht als Vertreter einer Nation“, erklärte der damalige BWM-Personalvorstand. Entsprechend sei in einem der acht Leitsätze der Personal- und Sozialpolitik der BMW Group festgelegt, dass das Denken über nationale und kulturelle Grenzen hinaus für das Unternehmen eine Selbstverständlichkeit sei.

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