Mo, 22. April 2019
17.03.2019 17:30

Uraufführung

Wie ein Bestseller zum Musical wird

Ein Weltbestseller, der alle überraschte, war vor einigen Jahren Edmund de Waals „Der Hase mit den Bernsteinaugen“. Nun will man am Landestheater aus der hunderte Seiten umfassenden Familiensaga, die 150 Jahre umspannt, ein Musical machen. Ein ehrgeiziges Projekt - am 6. April ist Uraufführung.

„Wir waren erstaunt und beglückt, dass wir in Linz die Rechte für diesen Weltbestseller bekommen haben“, freut sich Regisseur, Autor und „Mastermind“ Henry Mason über die Realisierung dieses ungewöhnlichen Projekts. Bestseller-Autor Edmund de Waal erzählt in seinem Roman die Geschichte vom Aufstieg und Fall seiner reichen jüdischen Familie Ephrussi, die durch den Nationalsozialismus alles verloren hat - bis auf eine Sammlung von winzigen japanischen Schnitzereien, die „Netsuke“ genannt werden.

Einen Teil der Sammlung hat er letzten November dem Jüdischen Museum in Wien übergeben - darunter eben auch der berühmte Hase mit den Bernsteinaugen. Dabei kam es dann zum Treffen mit Regisseur Mason und Komponist Thomas Zaufke, de Waal hat sogar angekündigt, bei der Uraufführung am 6. April mit dabei sein zu wollen.

Vom Roman zum Musical
Bis dahin laufen noch intensive Proben, damit aus dem Bestseller am Schluss ein auf zweieinhalb Stunden verdichtetes Musical wird. An der Choreografie von Francesc Abós wird gefeilt und die Inszenierung perfektioniert. Eine 150 Jahre umspannende Familiengeschichte samt historischen Fakten braucht beim Erzählen viele Kniffe. Es wird mit Projektionen von Namen und Stammbäumen gearbeitet, auch die zeitgeschichtlichen Ereignisse, Musik und Kostüme der jeweiligen Zeit, geben einen roten Faden ab. Dramaturg Arne Beeker zeigt beim „Krone“-Besuch den mehrseitigen Besetzungsplan: „Unsere 15 Darsteller spielen insgesamt 175 Rollen, das bedeutet natürlich einen ordentlichen Planungsaufwand. Aber es ist super gelungen, die Story wird für den Zuschauer leicht zu verfolgen sein.“ Bei der Uraufführung sollen sich die Besucher dann ganz dem „Rausch der Geschichte“ ergeben können.

Zwei Jahre wurde insgesamt am „Hasen“ gearbeitet - die Musical-Company des Landestheaters erhofft sich dafür Lorbeeren, hat die Produktion für den Deutschen Musicaltheaterpreis eingereicht, den sie 2017 bereits schon einmal gewinnen konnte...

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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