14.03.2019 15:55 |

Publikumsumfrage

Klare Mehrheit gegen Polit-Tweets von ORF-Promis

Eine aktuelle Publikumsumfrage zum Vertrauen in die ORF-Information sorgt für Gesprächsstoff: Laut der am Donnerstag im Publikumsrat vorgestellten Studie spricht sich eine klare Mehrheit gegen die Verbreitung von politischen Meinungen einzelner Journalisten - man denke etwa an „ZiB 2“-Anchor Armin Wolf - in sozialen Netzwerken aus. ORF-Journalisten sollten auf Social Media „keine persönliche Meinung zu Themen der österreichischen Politik äußern“, diese Aussagen unterstrichen 53 Prozent der Befragten - lediglich 31 Prozent waren dafür.

Das SORA-Institut befragte im Oktober und November 2018 rund 1000 Personen. Demnach genießen zwar die ORF-Angebote das höchste Vertrauen unter den heimischen Informationsanbietern (Spitzenreiter bei den Bewertungen der Befragten sind die ORF-Radios), am schlechtesten schneiden aber die Social-Media-Auftritte der ORF-Angebote ab.

Mehrheit gegen Polit-Tweets von ORF-Journalisten
Überhaupt entpuppen sich die sozialen Netzwerke als Minenfeld für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wie die Umfrage bestätigt. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Wirbel um die Twitter-Aktivitäten etwa von „ZiB 2“-Moderator Armin Wolf gegeben. Wolf hat aktuell 407.000 Follower. Auch ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz selbst hatte im Februar vergangenen Jahres einen Tweet geliked, in dem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache etwas missverständlich mit drei NS-Verbrechern abgebildet war.

So kann es nicht wirklich überraschen, dass auch die Befragung des Publikums zu Social-Media-Kommentaren von ORF-Journalisten jetzt ein ernüchterndes Ergebnis für den Küniglberg brachte. In der Studie sprachen sich 53 Prozent der Befragten gegen Social-Media-Kommentare von ORF-Journalisten zu österreichischer Politik aus. Nur 31 Prozent waren dafür, der Rest wollte sich nicht entscheiden bzw. ließ die Frage unbeantwortet.

Neue Dienstanweisungen für ORF-Mitarbeiter
Zur Erinnerung: Erst vergangene Woche hatte Wrabetz neue Social-Media-Richtlinien für ORF-Mitarbeiter präsentiert. Sie sollen künftig bei Äußerungen auf Twitter oder Facebook auf Objektivität, Ausgewogenheit und Glaubwürdigkeit achten, so die Vorgabe. Demonstrative Sympathie oder Antipathie mit politischen Institutionen, deren Vertretern oder Mitgliedern seien nicht mehr zulässig, hieß es.

Auch die Themensetzung des ORF wurde für die Studie abgefragt. Auffällig dabei: Die Themen Flüchtlinge/Asyl sind für 44 Prozent der Umfrageteilnehmer zu stark vertreten, gefolgt von Migration/Integration. Mehr Berichterstattung erwünscht wird über Armut/Soziales, Technologie/Innovation oder Wissenschaft/Forschung.

Der Detailblick auf die Antworten je nach politischer Einstellung ergab übrigens, dass politisch rechts orientierte Zuseher (zehn Prozent der Befragten deklarierten sich als solche) den ORF-Informationsangeboten etwas weniger vertrauten als Vertreter des Mitte-Spektrums oder dezidiert Linke. Wobei dies nicht alle ORF-Sender in gleichem Maße betraf, die Radios etwa schnitten durchaus gut ab.

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