Fr, 22. März 2019
11.03.2019 10:35

Nun spricht OÖ-Skiboss

Missbrauchsskandal um Langläuferin schlägt Wellen!

„Ich war verwundert, dass das Thema jetzt aufgekommen ist“, sagt OÖ-Skiverbands-Boss Friedrich Niederndorfer. Über jenen Medienbericht, wonach es vor fast 30 Jahren (!) zu sexuellen Übergriffen im Langlauf-Nachwuchs durch einen der „Krone“ namentlich bekannten Trainer gekommen ist. Denn der Skiverband hat das Thema längst aufgearbeitet.

Die geschilderten unappetitlichen Vorfälle sind fast 30 Jahre her. Trotzdem in keinem Fall zu beschönigen. Im Gegenteil: Ist alles so gewesen, sind harte Konsequenzen zu ziehen. Rückblick: Bei Langlauf-Meisterschaften hätte sich in den 1990er-Jahren ein Nachwuchstrainer aus Mangel an freien Hotelbetten ins Zimmer einer damals 18-jährigen Athletin gelegt. Es kam zu sexuellen Übergriffen. Moralisch und ethisch verwerflich, nennt OÖ-Verbandsboss Friedrich Niederndorfer das.

Dem der Vorfall aber erst im November 2018 durch ein Mail der damals Betroffenen zugespielt worden ist. „Wir haben innerhalb von wenigen Stunden reagiert“, so Niederndorfer. Zumal der beschuldigte Betreuer da noch immer im Umfeld des LSVOÖ gearbeitet hatte. Niederndorfer beendete die Zusammenarbeit: „Ich hab’ ihm gesagt, mit sofortiger Wirkung sind deine Funktionen im Verband ruhend gestellt.‘ Mehr können wir nicht machen.“ Nachsatz: „Denn ich bin kein Polizist oder Richter!“ Dazu hatte es nie eine Anzeige gegeben.

Es gab nie eine Anzeige!
Damit sind auch dem Skiverband zum Großteil die Hände gebunden. Trotzdem tat der LSVOÖ mehr als es seine Pflicht war. „Ich habe mich mit der Dame getroffen“, verrät Niederndorfer, der erst seit 2006 OÖ-Boss ist und solche Dinge absolut verabscheut. Weshalb der Verband schon vor Jahren zu diesem Thema Workshops abhalten ließ. Selbst im Vorjahr wurde einer veranstaltet. Dazu wurden alle Eltern, die ein Kind im Landesverband haben, eingeladen. Weiters gibt es einen Verhaltenskodex für Trainer und Betreuer. „Den hat jeder zu unterschreiben“, sagt Niederndorfer.

Ist es ein Einzelfall?
Glaubt er an einen Einzelfall? „Sonst hat sich bei mir keiner gemeldet“, sagt er, der top reagiert hat. Weshalb es falsch ist, wenn nun behauptet wurde, der Vorfall wird vertuscht, nicht aufgeklärt. Nicht seitens des Verbandes. Für eine strafrechtliche Aufklärung bräuchte es andere.

Markus Neißl, Kronen Zeitung

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