08.03.2019 10:53 |

Neonazi-Skandal

Schweiz: „Faschingsumzug“ in Ku-Klux-Klan-Kostümen

Eine wirklich geschmacklose Faschingsaktion sorgt in der Schweiz für Empörung: Zwölf Neonazis sind in Kostümen des rassistischen US-Geheimbunds Ku-Klux-Klan und mit brennenden Fackeln in den Händen in der Fasnacht durch die Stadt Schwyz gezogen. Es sind Bilder, die an die dunkelsten Kapitel der jüngeren Geschichte erinnern. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus verurteilte die Aktion und warnt vor einem Missbrauch der Fasnacht.

Am Aschermittwoch wurde der Rassismus-Vorfall öffentlich: Videoaufnahmen und Fotos zeigen zwölf Unbekannte, die in der Nacht auf Dienstag an der Schwyzer Fasnacht, auch „Güdelmontag“ genannt, in weißen Kutten des Ku-Klux-Klans durch den Ort ziehen, der bekannt für die Herstellung von Schweizer Taschenmessern ist. Der Ku-Klux-Klan (KKK) ist eine militante rassistische Organisation aus den USA, die weißen Rassisten weltweit als Vorbild gilt und auch außerhalb der USA Ableger hat.

Die Roben der Schweizer sind, wie gut zu erkennen ist, mit dem Logo des Ku-Klux-Klans in roter Farbe - die Blut symbolisieren soll - versehen. In den Händen halten die Vermummten brennende Fackeln und eine Fahne, die ein Keltenkreuz zeigt. Das gleichschenklige Keltenkreuz wird meist mit der White-Power-Bewegung der USA in Verbindung gebracht. Es ist ein Symbol der Neonazi-Szene und steht für die „Überlegenheit der weißen, nordischen Rasse“.

„Solche Aufmärsche sind nicht zu tolerieren“
Die Polizei leitete mittlerweile Ermittlungen ein. Die Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) hat den Auftritt aufs Schärfste verurteilt. „Solche Aufmärsche sind nicht zu tolerieren“, sagte Juristin Alma Wiecken gegenüber Medien.

Es bestehe laut Wiecken der Verdacht, dass die Fasnacht missbraucht wurde, um eine menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen. Ob allerdings auch ein Verstoß gegen das Antirassismusgesetz vorliegt, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es sei jetzt an den Strafverfolgungsbehörden, alles genau abzuklären. Erst wenn alle Hintergründe bekannt seien, sei eine Einschätzung möglich, so die Juristin.

In KKK-Robe auf ein paar Bier ins Lokal
Bis zur Klärung der strafrechtlichen Relevanz können sich die Rechtsextremen über den „Erfolg“ ihrer geschmacklosen Faschingsaktion freuen: Sie konnten provozieren und für Aufruhr sorgen. Nach dem rassistischen Umzug zogen sich die Männer, wie auf weiteren Aufnahmen zu sehen ist, übrigens gemütlich auf ein paar Bier in ein Lokal zurück. Einer zeigt den Hitlergruß in die Kamera, wie der „Blick“ zu den Bildern berichtet.

Den Recherchen des Blatts zufolge handelt es sich bei den Männern unter den Ku-Klux-Klan-Kutten um Neonazis. Auf einem weiteren Bild ist die Gruppe im Eingangsbereich des Lokals strammstehend zu sehen - hinter der Fahne, die das Keltenkreuz zeigt ...

Harald Dragan
Harald Dragan

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