03.03.2019 14:07 |

Gab Morde in Auftrag

Sohn von Camorra-Boss nach 14 Jahren gefasst

Nach mehr als 14 Jahren auf der Flucht ist der italienischen Polizei nun auch der vierte und letzte Sohn des inhaftierten Camorra-Bosses Paolo Di Lauro ins Netz gegangen. Der 38-jährige Marco Di Lauro wurde nach Polizeiangaben in einer bescheidenen Wohnung in Neapel verhaftet, wo er sich mit seiner Frau aufhielt. Der Clan kontrolliert einen Teil des Drogenhandels von Neapel, Marco Di Lauro selbst soll mindestens vier Morde in Auftrag gegeben haben.

Die Nummer zwei auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher Italiens war seit 2004 untergetaucht. Nun ist keiner von Paolo Di Lauros Söhnen mehr auf freiem Fuß. Die Familienbande kontrolliert den Drogenhandel in Neapels Armenvierteln Scampia und Secondigliano. Abspaltungsversuche einiger ihrer Mitglieder führten 2004 und 2005 zu blutigen Kämpfen, denen 130 Menschen zum Opfer fielen. Nach Angaben eines Informanten soll Marco Di Lauro für mindestens vier Morde verantwortlich sein.

Seit 2006 per Haftbefehl gesucht
Gegen ihn lag seit 2006 ein internationaler Haftbefehl vor. Am Einsatz zu seiner Festnahme waren etwa 150 Beamte beteiligt. Neapels Polizeichef Antonio De Iesu sagte auf einer Pressekonferenz, die Polizei sei durch „unübliche Aktivitäten“ auf Di Lauro aufmerksam geworden. Dieser ließ sich widerstandslos festnehmen.

Beim Pasta essen verhaftet
In italienischen Medien hieß es, die Polizei habe Di Lauro, der gerade Pasta aß, gestattet sich umzuziehen. Der hochrangige neapolitanische Mafiosi habe sich besorgt über das weitere Schicksal seiner beiden Katzen geäußert. Die Polizei fand in der Wohnung keine Waffen und nur eine kleine Geldsumme.

Fernsehbilder zeigten, wie Di Lauro in einem langärmeligen T-Shirt mit dem Auto zur Polizeiwache gebracht wurde. Darüber schwebte ein Polizeihubschrauber. Vor der Wache waren etwa hundert Menschen, darunter Polizisten, versammelt, die in Sprechchören riefen: „Gut gemacht.“ Laut Medien galt Di Lauro als zweitgefährlichster Mann Italiens, nach dem sizilianischen Mafiaboss Matteo Messina Denaro.

Festnahme ging möglicherweise ein weiterer Mord voraus
Die Festnahme stand möglicherweise im Zusammenhang mit der Tötung der Frau des 40-jährigen Di Lauro-Mitarbeiters Salvatore Tamburrino. Dieser hatte sich kurz vor Di Lauros Festnahme der Polizei gestellt und sich selber bezichtigt, die 33-jährige Morina Mattuozzo erschossen zu haben. Deren Leiche wurde im Haus ihrer Eltern gefunden, wo sie seit der Verschlechterung ihrer Beziehung zu Tamburrino lebte. Der Polizeichef wollte einen Zusammenhang zwischen der Tat und der Festnahme weder bestätigen noch dementieren.

Paolo Di Lauro ist seit 2005 inhaftiert. Sein Sohn Marco soll später die Leitung der Camorra übernommen haben. Er hatte neun Brüder und eine Schwester. Wie italienische Zeitungen berichteten, sind mittlerweile alle Brüder entweder im Gefängnis oder tot.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Schwere Verletzungen
Dresden-Fan stürzt in Darmstadt-Arena in die Tiefe
Fußball International
Linzer „Krone“-Fest
Rocklegenden Status Quo bringen Linz zum Beben
Oberösterreich
3:1 nach 0:1
Borussia Dortmund dreht Partie beim 1. FC Köln!
Fußball International
2.-Liga-Überraschung
2:1! GAK stutzt Rieder „Wikingern“ die Hörner
Fußball National
200 Jobs betroffen
Tochterfirma insolvent: HTI-Konzern in Gefahr
Oberösterreich
„Krone“ dankt Helfern
„Ihr macht diese Welt um ein Stück besser!“
Steiermark
Verbal verunglimpft
Larsson trat zum 2. Mal bei Helsingborg zurück!
Fußball International

Newsletter