28.02.2019 09:06 |

Blamable Behördenpanne

Terrorhelfer bekam vor Abschiebung 7000 Euro Cash

Im Fall des abgeschobenen Terrorhelfers Mounir el Motassadeq ist in Deutschland eine peinliche Panne aufgedeckt worden: Der 44-Jährige hatte als Teil der Hamburger Zelle den Todespiloten Mohammed Atta bei dem tödlichen Plan, 2001 eines der Flugzeuge in das World Trade Center in New York zu steuern, unterstützt. Vor seiner Abschiebung nach Marokko wurden dem Inhaftierten noch 7000 Euro von seinem Häftlingskonto ausgezahlt. Solche Transaktionen sind allerdings gemäß einer EU-Verordnung strengstens verboten.

Anti-Terror-Sanktionen bringen leider nichts, wenn sie nicht eingehalten werden. In dem brisanten Fall der Terrorhelfers Motassadeq, der zum Tod Tausender Menschen beigetragen hatte, unterlief dem Gefängnis in Hamburg-Fuhlsbüttel laut einem Bericht des „Spiegel“ eine folgenschwere Panne. Mitarbeiter zahlten dem 44-Jährigen das Geld auf seinem Häftlingskonto aus, auf das monatlich 30 Euro Taschengeld und der Lohn für Gefängnisarbeit gebucht werden. Der Terrorhelfer bekam schließlich ein Kuvert mit 7000 Euro Bargeld in die Hand gedrückt, bevor er Deutschland verlassen musste.

Doch das hätte nicht passieren dürfen: Als Mitglied der Terrorgruppe Al-Kaida wären die Zahlungen an den Marrokaner streng verboten gewesen. Doch niemand in dem Gefängnis kam offenbar darauf, zu überprüfen, ob der 44-Jährige überhaupt Anspruch auf das Geld hat. Die Bundesbank deckte das Behördenversagen nur acht Tage nach der Abschiebung auf und leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Nun soll festgestellt werden, wer die Auszahlung angeordnet hatte. Das sei kein Kavaliersdelikt, klärt der „Spiegel“ auf: Es drohen Strafen von drei Monaten bis fünf Jahre Haft.

Marokkaner beteuerte stets seine Unschuld 
Motassadeq überwies den WTC-Todespiloten Geld, damit diese ihre Terrorpläne umsetzen konnten. Der Marokkaner wurde als einziger Helfer der Terrorzelle aus Hamburg verurteilt und bekam 15 Jahre Haft. Kurz vor dem Ablauf der Strafe wurde er schließlich im Herbst 2018 abgeschoben. Vor Gericht hatte der Verurteilte stets seine Unschuld beteuert: Er sei zwar mit den Piloten gut befreundet gewesen, habe von ihren Plänen aber nichts gewusst.

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