25.02.2019 07:36 |

Dramatisches Ausmaß

Heuschrecken-Invasion sorgt für „biblische“ Plage

Eine Heuschreckenplage biblischen Ausmaßes hält derzeit den Nahen Osten auf Trab: Die Wüstenheuschrecke hatte aufgrund ergiebiger Regenfälle in den letzten Monaten in Ostafrika die Möglichkeit, sich massenhaft zu vermehren. Nun zogen viele der Insekten in Richtung Ägypten, wo sie der Bibel zufolge für eine von zehn Plagen verantwortlich waren, und weiter nach Osten. Ein einziger Schwarm kann Nahrung für 35.000 Menschen vernichten.

Die kleinen Insekten können, wenn sie zu Hunderten Millionen auftreten, gigantische Ernteschäden hervorrufen. Der UN-Ernährungsorganisation FAO macht diese Entwicklung ernste Sorgen, weshalb sie die betroffenen Länder bereits zu einem Sondertreffen eingeladen hat.

Die Insekten sollen aus Eritrea und dem Sudan stammen, wo es in den vergangenen Monaten viel geregnet hatte. Das Nahrungsangebot für die Heuschrecken ist so groß, dass sie bereits zwei Paarungszeiten hatten. Schwärme überquerten bereits das Rote Meer und breiteten sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten und sogar im Süden des Iran aus. Die FAO befürchtet, dass die Tiere sogar Pakistan und Indien erreichen könnten.

Auch rund um die Kaaba im saudi-arabischen Mekka, dem zentralem Heiligtum des Islam, sollen Insektenschwärme zu einem Ärgernis geworden sein. Hunderte Helfer wurden daher laut „Tagesspiegel“ abgestellt, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Heuschrecken als Nahrungsmittel?
Wie schlimm die Situation werden könnte, wird auch vom Wetter abhängen: Heftige Regenfälle könnten die Lage verschärfen. Seit mehreren Wochen wird in verschiedenen Ländern bereits Insektengift gesprüht, die riesige Population kann man damit allerdings nicht komplett bekämpfen. Die UNO hätte jedoch eine andere Lösung, um die Krise zu bewältigen: Die FAO hatte bereits in der Vergangenheit vorgeschlagen, Heuschrecken als Nahrungsmittel zu nutzen. Sie enthalten viel Protein und gelten in zahlreichen Ländern als Delikatesse. Bislang haben sich die Insekten als gesunde Mahlzeit allerdings nicht durchsetzen können.

Plage vor 15 Jahren verursachte 2,2 Millliarden Euro Schaden
Eine Heuschrecke kann pro Tag so viel fressen, wie sie selber wiegt. So kann ein kleiner Schwarm aus 40 Millionen Insekten täglich Nahrung für 35.000 Menschen vernichten. Bis zu 150 Kilometer pro Tag können die Heuschrecken zurücklegen Die bislang letzte Plage gab es vor etwa 15 Jahren: Damals fielen die Schädlinge in Marokko und Mauretanien ein und gelangten dann über Senegal, Mali und Niger Tausende Kilometer ostwärts bis in den Tschad. Sie verursachten Ernteschäden in der geschätzten Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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