Einkaufszentrum Steyr:

Schuster hält im geräumten Taborland die Stellung

Manchmal kann man sich von Schuhen nicht trennen, selbst wenn der Absatz kaputt ist. Hubert Wimmer (58) findet das gut, er ist einer der letzten „Nahversorger“ für Schuhreparatur. Seit 39 Jahren hat er seine Werkstatt im Taborland in Steyr. Das Einkaufszentrum schloss seine Pforten - Wimmer ist trotzdem geblieben.

Hubert Wimmer ist eigentlich auch als „Mister Minit“ bekannt. Er hat seine kleine Werkstatt direkt im Einkaufszentrum Taborland in Steyr, doch das wurde vor Weihnachten für immer geschlossen. Die verbliebene Einrichtung lichtete sich nach einer Versteigerung im Jänner ordentlich. Es ist still geworden. Nur die Maschinen von „Mister Minit“ sind zu hören, wenn er Absätze repariert oder Schlüssel nachmacht. Er findet es manchmal unheimlich, wenn er in der Frühan seinen Arbeitsplatz kommt, den er schon seit 39 Jahren hat - und liebt.

Stammkunden bleiben
Weder seine Arbeit noch die Stammkunden will er verlieren: „Fast alle kommen jetzt wieder“, sagt er. Es hat sich nämlich herumgesprochen, dass zwar das Haus leer ist, aber ein Schuster - einer der letzten seiner Art - die Stellung hält.

„Wissen nicht, wie es weitergeht“
„Unser Hauptmietvertrag ist aufrecht und unbefristet“, sagt Irvin Gaigg, Geschäftsführer von Webb Service (Wien), zu dem „Mister Minit“ gehört. „Momentan hängen wir aber in der Luft, und wissen nicht, wie es weitergeht.“ Seit zwei Monaten hat er vom neuen Eigentümer der Liegenschaft - die Rutter Immobilien Gruppe - nichts mehr gehört. Aber: „Die Kunden stehen zu uns, wir wollen weitermachen.“ Übrigens: Die Sparkasse, die im Taborland untergebracht war, wird im April ihre Filiale im neuen Einkaufszentrum „Hey!“ eröffnen.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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