20.02.2019 11:19 |

Empörung in den USA

Journalist ruft Ku-Klux-Klan zu Lynchmorden auf

Der Herausgeber einer Lokalzeitung im US-Bundesstaat Alabama sorgt derzeit mit einem Aufruf zur Gewalt gegen liberale Politiker für eine Welle der Empörung. Goodloe Sutton forderte den berüchtigten Ku-Klux-Klan in einem Leitartikel dazu auf, in der Hauptstadt Washington nächtliche Lynchmorde zu begehen. Auch nach scharfer Kritik zeigte sich der 79-jährige Journalist nicht einsichtig und wütete in einem Interview mit einer anderen Zeitung sogar noch weiter.

In seinem am 14. Februar veröffentlichten Leitartikel für die Wochenzeitung der Kleinstadt Linden, „The Democrat-Reporter“, hatte Sutton geschrieben, es sei an der Zeit, dass der Ku-Klux-Klan seine nächtlichen Aktionen wieder aufnehme. „Demokraten in der Republikanischen Partei und Demokraten in Washington“ seien die „wahre herrschende Klasse“, sie schmiedeten im Geheimen Pläne, die Steuer in Alabama anzuheben, schrieb er.

Aufruf, in Washingtons „bewachte Wohnanlagen einzufallen“
Sutton rief den Ku-Klux-Klan dazu auf, in die „bewachten Wohnanlagen“ der US-Hauptstadt einzufallen. Gleichzeitig erging er sich in wilden Verschwörungstheorien, wonach die „Eliten aus dem Nordosten“ die verschiedenen Konflikte weltweit, an denen die USA beteiligt seien, in Wirklichkeit zum Unterhalt des „militärisch-industriellen Komplexes“ des Landes nutzten.

„Unter welchem Felsbrocken ist dieser Kerl hervorgekrochen?“
„Mein Gott, unter welchem Felsbrocken ist dieser Kerl hervorgekrochen“, schrieb Alabamas demokratischer Senator Doug Jones. „Dieser Leitartikel ist total widerwärtig - und er sollte abtreten - JETZT!“, forderte Jones. Er habe miterlebt, was es bedeute, wenn niemand etwas unternehme, während andere - „vor allem mit Einfluss“ - rassistische und hasserfüllte Kommentare veröffentlichten.

Sutton legte in Interview noch nach
In einem weiteren Interview mit dem „Montgomery Advertiser“ verteidigte Sutton seine Ansichten. „Wenn wir den Klan dazu bekämen, dahin zu gehen und Washington, D.C. zu säubern, ginge es uns allen besser“, sagte der 79-Jährige und machte deutlich, dass er sehr wohl an Lynchmord an den „Sozialisten-Kommunisten“ denke. Auf die Frage, ob er den Klan als gewalttätige Organisation betrachte, fügte er hinzu: „Na ja, sie haben nur wenige Menschen getötet.“ Sie seien erst gewalttätig geworden, „als sie es mussten“. Der rassistische und gewalttätige Geheimbund hatte sich mit Lynchmorden und Folterungen an Schwarzen gegen ein Ende der Rassentrennung aufgelehnt.

Mehrere Auszeichnungen wieder aberkannt
Suttons Leitartikel überraschte umso mehr, als der Herausgeber sich in den 90er-Jahren als investigativer Journalist einen Namen gemacht hatte. Mehrere Preise, die er damals erhalten hatte, wurden ihm nun wieder aberkannt. Recherchen des „Montgomery Advertiser“ förderten zudem eine ganze Serie von Artikeln mit rassistischen, antisemitischen oder schwulenfeindlichen Untertönen zutage, die Sutton im Laufe der Jahre veröffentlicht hatte.

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