17.02.2019 12:58 |

„Verschmerzen können“

NEOS-Politikerin will Toleranz für Macho-Migranten

Einen durchaus interessanten neuen Kurs verpasste die Ex-OGH-Präsidentin und NEOS-Abgeordnete Irmgard Griss in einer Talkshow bei Servus TV ihrer Partei - zum Thema Migration sagte Griss wörtlich: „Wenn einer unsere Werte nicht anerkennt, also wenn er gegen die Gleichberechtigung der Frau ist, dann werden wir das verschmerzen können.“ Und sie meinte zum dagegen protestierenden Autor Henryk Broder: „Ja, wir werden damit leben müssen.“

Ein Blick in das „Krone“-Archiv zeigt, wie entschlossen bisher die NEOS für die Gleichberechtigung der Frau und die Stärkung der Frauenrechte in Österreich gekämpft haben. Und die Fraktion stellte auch ihre Frauensprecherin Claudia Gamon als Spitzenkandidatin zur kommenden EU-Wahl im Mai auf.

Umso mehr überraschte nun die Zuseher der Talkshow „Hangar 7“ auf Servus TV der jüngste Schwenk der NEOS-Abgeordneten Irmgard Griss: Die frühere Präsidentin des Obersten Gerichtshofs meinte bei der Frage zu Abschiebungen von Risiko-Asylwerbern wörtlich: „Wenn er nicht stiehlt, niemanden umbringt, also nicht straffällig wird, aber hier unsere Werte nicht anerkennt, also gegen die Gleichberechtigung der Frau ist - na gut, das werden wir verschmerzen können.“

„Vielleicht seine Tochter nicht“
Der ebenfalls in der Talk-Runde diskutierende bekannte Autor Henryk M. Broder unterbrach da Griss: „Verschmerzen können? Vielleicht seine Tochter aber nicht!“ Und Broder machte dazu eine eindeutige Bewegung mit der flachen Hand bei seinem Hals.

Die NEOS-Politikerin ließ sich von ihrer Meinung, dass ein veraltetes und gefährliches Macho-Verhalten bei Migranten zu tolerieren wäre, nicht abbringen, sondern legte nach: „Wir müssen doch am Boden bleiben. Ja, wir werden damit leben müssen.“

„Hätte unbedingt Bundespräsidentin werden müssen“
Im Web führte die Aussage von Griss bereits zu heftigen Debatten: „Irmgard Griss von den NEOS sagt hier gerade unironisch, dass wir es verschmerzen können, wenn Leute nach Österreich kommen, die unsere Werte wie Gleichberechtigung nicht anerkennen ...“ Und der Soziologe Bernhard Heinzlmaier kommentierte ironisch: „Damit ist klar: Irmgard Griss hätte unbedingt Bundespräsidentin werden müssen. Sie findet immer die richtigen Worte. Danke.“

Richard Schmitt
Richard Schmitt
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