„Veilchen“ verwelkt

2:1! GAK schmeißt die Austria aus dem ÖFB-Cup!

Der GAK hat sein angekündigtes Fußball-Fest mit einem Sensationserfolg beendet! Der Regionalligist bezwang am Freitagabend im ÖFB-Cup die Wiener Austria mit 2:1 und zog vor 12.295 Zuschauern in Graz ins Halbfinale ein. Für die Austria platzte nach zwei Platzverweisen trotz 1:0-Führung der Traum vom Finale im eigenen Stadion. Marco Perchtold (57.) und Luka Kiric (86.) machten mit ihren Treffern die Überraschung perfekt. Nach vielen vergebenen Matchbällen beendeten die Wiener nach einer Notbremse von Ewandro (59.) und dem Ausschluss von James Jeggo (Gelb-Rot/68.) die Partie zu neunt.

Der GAK empfing den Favoriten mit giftiger Zweikampfführung und mutigem Spielaufbau. In der 15. Minute ließ die Austria zum ersten Mal den Klassenunterschied aufblitzen: Dominik Prokop traf nach Haken und Vorarbeit von Bright Edomwonyi von innerhalb des Strafraums. Nach diesem Schlag taumelten die Steirer, die im bisherigen Bewerb noch kein Gegentor erhalten hatten. Die Austria kam zu Chancen im Minutentakt, Edomwonyi, Prokop und der Brasilianer Ewandro fanden gute Möglichkeiten auf eine höhere Führung vor.

Chancenlos war der Drittligist jedoch nicht: Zweimal herrschte in der ersten Hälfte Aufregung im Austria-Strafraum nach Eckbällen, gefährlich zum Abschluss kamen Stürmer Philipp Wendler und Co. allerdings nicht. Zudem ließ Schiedsrichter Sebastian Gishamer weiterspielen, nachdem Florian Klein seinem Kollegen Christian Schoissengeyr aus kurzer Distanz den Ball an den Arm geköpfelt hatte. Nach dem Seitenwechsel ließ Ewandro nach Sax-Lochpass die mögliche Vorentscheidung zugunsten der Austria aus (54.), drei Minuten später jubelte der GAK.

Perchtold, der bereits 2013 mit Pasching die Austria bezwungen hatte, schoss nach Vorarbeit von Sebastian Prattes aus halbrechter Position zum 1:1 ein (57.). Den Ausgleich gegen den Spielverlauf wollte der Bundesligist nicht auf sich sitzen lassen - und lief in einen folgenschweren Konter. Ewandro flog nach seiner Notbremse gegen Wendler mit Rot vom Feld. Beim folgenden Freistoß, den Prattes an das Lattenkreuz setzte, hatten die Wiener Glück (61.).

Die Steirer gaben das Momentum nicht mehr aus der Hand. Wenige Minuten, nachdem Austria-Trainer Thomas Letsch Kapitän Alexander Grünwald anstelle von Maximilian Sax ins Spiel gebracht hatte, musste James Jeggo nach ungestümer Grätsche ebenfalls frühzeitig mit Gelb-Rot gehen (68.). Der GAK spielte die numerische Überlegenheit gnadenlos aus: Peter Kozissnik legte per Kopf zurück in den Rückraum, wo Kiric lauerte und die Sensation für die „Rotjacken“ perfekt machte (86.).

GAK-Teamtrainer David Preiß zeigte sich nach Matchende begeistert: „Dass Spieler, die am Vormittag noch im Büro gesessen sind, so eine Partie abgeliefert haben, ist unglaublich. Noch dazu vor dieser Kulisse. Jetzt gehen wir feiern, wir fahren morgen auf Trainingslager. Ich hoffe, das wird ein Trainingslager. Vielleicht schaffen wir das Gleiche wie damals Pasching. Der Fokus liegt aber weiter auf der Meisterschaft.“

Austria-Coach Thomas Letsch war naturgemäß weniger positiv gestimmt als sein GAK-Pendant: „Wenn ich an die Fehler denke, die wir gemacht haben, war es klar zu wenig. Wir hatten ein klares Übergewicht an Chancen, da müssen wir das Spiel frühzeitig entscheiden. Wir sparen uns dann Meter und machen unnötige Fehler, die den Gegner aufbauen. Dass es dann mit acht Spielern schwierig wird, ist klar. Über den Schiedsrichter zu diskutieren, ist müßig. Vor allem bin ich stinkesauer. Das Finale in der Generali Arena findet ohne uns statt, das ist traurig.“

Das Ergebnis:
GAK - FK Austria Wien 2:1 (0:1)
Graz, Merkur Arena, 12.295 Zuschauer, SR Gishamer
Tore: 0:1 (15.) Prokop, 1:1 (57.) Perchtold, 2:1 (86.) Kiric
Rote Karte: Ewandro (59./Torraub)

Gelb-Rote Karte: Jeggo (68./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Kiric bzw. Edomwonyi, Schoissengeyr, Igor
GAK: Haider - Kozissnik, Graf, Zündel, Derrant - Bauer (89. Geissler), Perchtold, Prattes (77. Schellnegger), Kiric - Rother, Wendler
Austria: Pentz - Klein, Schoissengeyr, Igor, Cuevas (87. Monschein) - Sax (64. Grünwald), Jeggo, Matic, Prokop (80. Sarkaria) - Edomwonyi, Ewandro

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