Klimawandel:

„Killerpflanze“ und Schädlinge lieben Erwärmung

In den vergangenen 20 Jahren gab’s nur drei „kalte“ Jahre, in der selben Periode zuvor waren nur zwei Jahre „warm“. Der Klimawandel ist in Oberösterreich nicht wegzudiskutieren und stellt vor allem die Landwirte vor Herausforderungen, fördert dazu die Verbreitung einer „Killerpflanze“ und auch das Schädlingswachstum.

Der Stechapfel ist hochgiftig, 15 Samen reichen, um ein Kleinkind zu töten. „Die wärmeliebende Pflanze wandert von Osten ein, ist vermehrt in Mais-, Soja- und Getreideflächen zu finden“, nennt Landwirtschaftskammerpräsident Franz Reisecker ein drastisches Beispiel des Klimawandels. Dazu kommen explosionsartige Ausbreitungen von Schädlingen, heuer wird wieder ein Engerlingjahr erwartet. „Und die Möglichkeiten der chemischen Schädlingsbekämpfung werden weniger“, sagen die Bauernvertreter.

Natur „rächt sich“ für intensive Bodennutzung
Hier rächt sich jetzt, dass die Felder immer größer und Rückzugsräume für Insekten kleiner werden, wie der Entomologe Klaus-Peter Zulka bei der Insektenforscher-Tagung im Linzer Schloss erklärte: „Diese Brachebereiche waren ein Rückzugsort für Raubinsekten, die Schädlinge auf den Feldern bekämpften“, erklärt er im Interview.

Landwirte setzen auf Versicherungen
Der Wald, wie er derzeit in OÖ besteht, ist der große Verlierer. Bis 2100 wird es auf zwei Dritteln der Landesfläche so gut wie unmöglich sein, den aktuellen „Brotbaum“ Fichte zu kultivieren. Auch die Buche bekommt wegen der wärmeren Sommer Probleme. Eiche und Kiefer gelten als Gewinner des „Trockenstress“. Da die Landwirte die Risiken immer weniger einschätzen können, setzen die meisten auf Versicherungen. Prämien für Pflanzen- und Tierversicherungen werden bis zu 55 Prozent staatlich gefördert.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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