So, 17. Februar 2019
04.02.2019 13:12

Rose im „Krone“-Talk:

„Wir bauen uns in Taxham eine Burg“

Im Camp in Portugal sprach Marco Rose mit der „Krone“ etwa über den heiklen Wolf-Transfer und diverse „Schutzmaßnahmen“. Der Bullen-Coach lobte dabei vor allem Zlatko Junuzovic und warnt weiter eingehend vorm LASK im Titelkampf.

Herr Rose, Ihr Kader hat im Winter „nur“ den Abgang von Haidara hinnehmen müssen, zwei Neue erhalten. Zufrieden? Wir sind gut vorbereitet. Wir haben zum Beispiel noch einen Szoboszlai, Mwepu. Zlatko Junuzvic hat sich in dem halben Jahr herausragend in unsere Spielweise eingefügt. Er ist ein ganz wichtiger Faktor für uns. Er zieht die Jungen mit, sie können in seinem Schatten wachsen. Er performt außergewöhnlich. Nach der Champions League-Quali zeigte seine Formkurve durchgehend nach oben.

Der große Winter-Aufreger bisher war Hannes Wolfs Sommer-Transfer zu Leipzig. Hat er Sie um Rat gebeten? Die Entscheidung hat Hannes selbst getroffen. Man kann davon ausgehen, dass wir ein sehr enges Vertrauensverhältnis haben. Wir wollen das kommende halbe Jahr gemeinsam erfolgreich hinkriegen. Bei allem, was noch kommen mag: Wir schauen, dass wir uns in Taxham eine ,Burg‘ bauen. Wir müssen zusammenhalten und uns aufs Wesentliche konzentrieren, um am Ende erfolgreich zu sein. Ich weiß, dass ich mich zu 100 Prozent auf die Jungs verlassen kann.

Aber können Sie den Unmut der Fans wegen des Wolf-Transfers verstehen? Ja, weil jeder seine eigene Sichtweise hat. Ich sehe es anders. Ich bin mit dem Jungen persönlich sehr verbunden. Ich weiß, wo wir spielen und dass es größere Ligen als die österreichische gibt. Die Dinge, die im Zuge des Transfers aufgekommen sind, sind wenig überraschend. Sie treffen uns nicht aus heiterem Himmel. Wir sind im Klub aber darauf vorbereitet. Ich muss ehrlich sagen: Dass diese Jungs (auch Dabbur, Anm.) bis Sommer noch da sind, ist sehr wichtig für uns.

Was muss passieren, damit Sie zu Saisonende zufrieden Bilanz ziehen? Wir müssen da nicht um den heißen Brei herumreden: Wenn wir uns als Mannschaft toll entwickeln und nichts gewinnen, dann können wir nicht behaupten, dass wir das klasse finden. Das würde uns ja niemand abnehmen. 2018 war außergewöhnlich, das Jahr kann man sich auf der Zunge zergehen lassen. Unsere Aufgabe ist jetzt einfach, dass wir uns von unserer eigenen Messlatte nicht erdrücken lassen. Wir versuchen, dieses Niveau wieder zu erreichen und uns in Teilbereichen weiterzuentwickeln. Wir haben 31 Spiele in Folge nicht verloren: Jeder Mensch auf diesem Planeten hat mal einen Tag, an dem er eine schwächere Phase hat. Und trotzdem haben wir nicht verloren. Das zeigt mir nur, welchen Charakter die Jungs besitzen. Jetzt ist der Punkt folgender: Irgendwann kommt ein negatives Ergebnis. Wir müssen dann nur gut und richtig damit umgehen. Um zur Frage zurückzukommen: Wir wollen natürlich Titel gewinnen. Man gewinnt sie aber nicht, wenn man darüber redet. Für mich als Trainer geht es um die Art und Weise, wie wir arbeiten und spielen. Passt das, kommt das andere von selbst.

Gibt es Klubs, deren Spiele Sie genau verfolgen, Liverpool mit Coach Klopp? Eigentlich nicht. Ich finde den Fußball, den unsere Jungs spielen, ganz cool (grinst). Aber Achtung: LASK bei Rapid Wien (1:0 im November, Anm.) fand ich überragend. Wenn wir darüber reden, ob die Liga schon entschieden ist, wenn ich sehe, wie der LASK generell spielt, ist mir klar, dass wir sehr konzentriert arbeiten müssen, um Meister zu werden. Es gibt ja noch die Punkteteilung. Ich bin einigermaßen begeistert, was der LASK auf den Platz gebracht hat. Es muss nicht immer Manchester City (mit Starcoach Guardiola, Anm.) sein.

Sie waren schon im Sommer 2018 ein begehrter Coach. Hat man heutzutage noch Zeit, nein zu einem Topangebot zu sagen? Zeit zu sagen: Bitte warten, jetzt noch nicht? Gleich zu springen ist nie ein guter Ratschlag. Vor allem nicht bei so großen Entscheidungen. Man sollte sich selber Zeit nehmen, die Entscheidung gut zu überlegen. Die wichtigste Aufgabe ist es, erfolgreich zu sein. Da geht mir als Trainer einfach nichts drüber. Ich weiß, was ich an der Mannschaft hier, am Umfeld habe.

Gibt’s ein Szenario, dass Sie auch nächste Saison noch hier sind? Einen Vertrag gibt’s ja... Wir wollen unsere ganze Energie auf das Hier und Jetzt, die anstehenden Aufgaben mit Red Bull Salzburg legen.

Valentin Snobe
Valentin Snobe

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