Mi, 20. Februar 2019
03.02.2019 14:01

Fans erzürnt

Rassismus-Vorwürfe gegen Kultfilm „Mary Poppins“

Gerade hat die Fortsetzung des Kult-Musicals „Mary Poppins“ Millionen von Kinozuschauern verzaubert, und auch das Original mit Julie Andrews und Dick Van Dyke aus dem Jahr 1964 hat Generationen an Kindern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ganz zum Unmut eines US-Professors, der jetzt behauptet: „,Mary Poppins‘ ist rassistisch!“

Das süße Musical rund um die zauberhafte Nanny Mary Poppins bringt bis heute Kinderaugen zum Strahlen. Eine Tatsache, die US-Professor Daniel Pollack-Pelzner mit Sorge betrachtet. Er ist nämlich der Meinung, der Kultfilm aus den 1960er-Jahren mit Julie Andrews in der Titelrolle sei rassistisch.

US-Professor wirft Mary Poppins Blackfacing vor
Ihm habe vor allem die Szene am Dach, bei der Mary Poppins mit den Kindern auf die Rußkehrer trifft, sauer aufgestoßen, so der Literaturprofessor in einem Kommentar in der „New York Times“. Das Gesicht des Kindermädchens werde dort „mit Ruß bedeckt, aber anstatt sie diesen abwischt, verteilt sie diesen spielerisch noch weiter auf ihrer Nase und ihren Wangen und wird nur noch schwärzer“, schreibt Pollack-Pelzner in der US-Zeitung.

Auch dem Roman „Mary Poppins öffnet die Tür“, der rund 20 Jahre vor der Verfilmung publiziert wurde, kreidet der US-Professor rassistische Tendenzen an. So schreie ein Hausmädchen darin einen Rauchfangkehrer an: „Greif mich nicht an, du schwarzer Heide.“

Ähnliches komme dann auch im Disney-Streifen vor, erklärt Pollack-Pelzner: „Der Film von 1964 greift diese Rassenpanik in einer absurden Art und Weise auf. Wenn die dunklen Gestalten aus dem Schornstein den Song ,Schritt und Tritt‘ auf dem Dach singen, ruft der verwirrte Admiral Boom: ,Wir werden von den Hottentotten angegriffen!‘ und gibt den Befehl, auf die ,unverschämten Teufel‘ zu schießen.“

Es sei als Witz gedacht, in Wahrheit aber keiner, so der Literaturprofessor weiter. „Das sind nämlich gar keine Schwarzafrikaner, sondern grinsende, weiße Tänzer, die sich schwarz angemalt haben. Es ist eine Parodie auf die schwarze Bedrohung.“ 

Auch Fortsetzung aus 2018 habe rassistische Anspielungen
Aber nicht nur in dem Film von 1964, sondern auch in der Fortsetzung von 2018 mit Emily Blunt in der Hauptrolle findet Pollack-Pelzner rassistische Züge. Der Song „Der Einband kann täuschend sein“ habe ihn überrascht, bezieht dieser sich doch auf die wohlhabende Witwe Hyacinth Macaw, die in der Originalversion des Romans von 1934 eine „spärlich bekleidete Negerdame“ sei. Bereits 1981 sei diese rassistischen Anspielungen aus dem Roman von P. L. Traver entfernt worden.

Fans über Rassismus-Vorwürfe verärgert
Fans des Muscialfilms reagierten mit Ärger auf die Abhandlungen des US-Professors. „Mary Poppins hat sich nicht schwarz angemalt! Es war Ruß in ihrem Gesicht und der kam davon, weil ihre Gesichter in einem Kamin waren. Hören Sie auf, rassistische Vorwürfe in nicht-rassistische Dinge wie diese hineinzuschreiben!“, ärgerte sich ein Liebhaber über den Artikel von Pollack-Pelzner. Ein anderer schrieb: „Jetzt komm schon, lass Mary Poppins in Ruhe! Rußkehrer in London HATTEN Kohlenstaub auf deren Gesichtern. Mach sie, oder Mary, nicht zu Rassisten!“

Das sogenannte Blackfacing, also die Methode, dunkel-geschminkte weiße Schauspieler die Rollen von Schwarzen auf der Bühne oder der Leinwand übernehmen zu lassen, ist seit Langem umstritten. Diese knüpft an rassistische Stereotypen an, so die Kritik.

Daniela Altenweisl
Daniela Altenweisl

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