27.01.2019 07:00 |

Alltagsgeschichten

Ein Schatz und drei Kreuze am Kreuzbergl

Einst standen drei große, weiße Kreuze dort, wo heute die Kirche auf dem Kreuzbergl steht. Sie sollten die Klagenfurter an Gott erinnern.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Hausberg der Klagenfurter hauptsächlich Lieferant von Holz und Chloritschiefer – der Lindwurm und viele Hausportale bestehen auch heute noch daraus. Wagemutige wanderten auch schon durch den dunklen Wald, der erst durch Stadtbaumeister Ritter von Kink anlässlich eines Kaiserbesuchs „in Form gebracht“ wurde. Spazierwege und Teiche, das Schweizerhaus und der Sockel des Observatoriums erinnern noch an diese Zeit. Übrigens: Besucht haben Kaiser Franz Josef und Sisi das Schweizerhaus nie – das geplante Mittagessen wurde wegen Schlechtwetters abgesagt.

Der geheime Schatz auf dem Kreuzbergl
Um 1866 war das Kreuzbergl sogar Schauplatz einer heute längst vergessenen Oper! Sie erzählte von Zauberern, mutigen Helden und einem Schatz. Letzterer soll in einer Schlucht hinter dem „Einsiedler“ (heute leider auch nur noch eine „alte Ansicht“) versteckt sein. Früher, um 1860, spielte das Stadttheater eine Komödie mit dem Titel „Die Bekanntschaft vom Kreuzbergl“.

Völkerwanderungen durch Radetzkystraße
Des Kreuzbergls Wertigkeit als Naherholungsgebiet ging so weit, dass die „Klagenfurter Zeitung“ von wahren „Völkerwanderungen“ in der Radetzkystraße berichtete, wenn am Wochenende auf dem Kreuzbergl Veranstaltungen stattfanden. In den Jahren 1910 und 1911 wurde dann endlich eine eigene Straßenbahnlinie zum Fuß des Kreuzbergls eingerichtet.

Schon damals war diese Gegend eine äußerst begehrte Wohnlage – und das ist sie bis zum heutigen Tage geblieben. Auch der botanische Garten im alten Steinbruch lockt heute noch viele interessierte Besucher an, während das Bergbaumuseum im alten Luftschutzstollen längst nicht mehr geöffnet ist.

Clara Milena Steiner
Clara Milena Steiner
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