27.01.2019 10:00 |

Nächste Wahl naht

Das sind die spannendsten steirischen Gemeinden!

Wie die Zeit vergeht… Vor fast vier Jahren wurden zuletzt Gemeinderatswahlen in der Steiermark geschlagen, damals standen sie ganz im Zeichen der Fusionen. Anfang 2020 wird es das nächste Mal soweit sein. Die „Steirerkrone“ wirft einen Blick auf zwölf Gemeinden, in denen es besonders spannend werden könnte.

Schladming: Für viele überraschend zog sich Bürgermeister Jürgen Winter im Herbst zurück, seine Nachfolgerin ist Elisabeth Krammel (VP). Ein großes Thema wird (wie in Rottenmann und Bad Aussee) das geplante Aus für das Spital. Noch ist schwer abzuschätzen, welche Dynamik die von FP und KP initiierte Volksbefragung im Bezirk entfachen wird. Ebenso spannend: Wie tief sind noch die Fusionsgräben mit Rohrmoos und Pichl?

Bad Mitterndorf: Auch in der Salzkammergut-Gemeinde gab es viel Fusions-Widerstand. Manfred Ritzinger trat aus der SP aus, wurde mit einer eigenen Liste überraschend Bürgermeister, trat später wieder ein - und legte im Sommer 2018 sein Amt zurück (Nachfolger: Klaus Neuper). 2020 könnten die Karten bei der Wahl völlig neu gemischt werden.

Liezen: Nach dem Rückzug von Langzeitbürgermeister Rudolf Hakel ist Roswitha Glashüttner (SP) gefordert. Causa Prima: die Umfahrung der Stadt zur Entlastung der B 320. Glashüttner war anfangs - aus Angst vor Kaufkraftverlust - dagegen, doch der Druck der anderen Bürgermeister und des Landes ist groß. Nächste Woche tagt der Gemeinderat zu diesem Thema.

Fohnsdorf: Einst mit der Therme und Millionenverlusten in den Schlagzeilen, ist Fohnsdorf nun in ruhigerem Fahrwasser - auch dank SP-Bürgermeister Gernot Lobnig. Doch der junge VP-Vizebürgermeister Volkart Kienzl ist medial sehr präsent: als Speerspitze für eine angesichts steigender Kosten notwendigen Reform des Pflegesystems.

Leoben: Sieben Parteien sitzen im Gemeinderat, das ist einzigartig in der Steiermark. Dennoch hat die SP unter Bürgermeister Kurt Wallner die absolute Mehrheit - auch nach der nächsten Wahl? Vor allem von den beiden Ex-SP-Mandataren Walter Reiter und Leopold Pilsner gibt es heftige verbale Attacken gegen ihre frühere Partei.

Mariazell: Der Wallfahrtsort war traditionell „schwarz“, die umliegenden Gemeinden waren „rot“. Nach der Fusion triumphierte 2015 die SP. Bürgermeister Manfred Seebacher zieht sich aber heuer zurück. Der interessante SP-Spitzenkandidat 2020 steht bereits fest: Johann Kleinhofer, bis Ende des Jahres noch Chef der Mariazeller Bürgeralpe.

Hartberg: Ein Bürgermeister ohne Mehrheit im Gemeinderat, das ist seit fast zwei Jahren Marcus Martschitsch (VP) in Hartberg. Angeführt von Ludwig Robitschko haben sich einige „Schwarze“ abgespaltet (ob er mit einer eigenen Liste antritt, ist noch offen) und mit SP, Grüne und FP verbündet. Im Gemeinderat blockiert man sich oft, wie zuletzt der Konflikt um das Budget 2020 und die geplante Gartenschau zeigte.

Bad Gleichenberg: Kaum wo ist das politische Klima so vergiftet wie im Kurort. Die Fronten sind klar: VP und Grüne mit einer hauchdünnen Mehrheit gegen SP und FP. Zusammenarbeit scheint ein Fremdwort zu sein. Es ist kaum zu erwarten, dass es in den nächsten zwölf Monaten besser wird. Wie werden die Wähler den permanenten Kleinkrieg bewerten?

Mureck: Einen klugen Schachzug attestieren sogar politische Gegner SP-Bürgermeister Anton Vukan. Im Windschatten von Murfeld ließ er im Vorjahr eine Volksbefragung zum Bezirkswechsel nach Leibnitz durchführen und erhielt eine fulminante Zustimmung. Das Land sagt erwartungsgemäß „Nein“ zu diesem Wunsch - und Vukan hat für den Wahlkampf 2020 mit der Rolle des südsteirischen Davids gegen den Goliath aus Graz eine ideale Steilvorlage.

Wildon: Mehrfach haben in den vergangenen Jahren die Allianzen im Gemeinderat gewechselt, es gab Anzeigen, Gerichtsprozesse, politische Untergriffe. Die SP stellt mit Helmut Walch den Bürgermeister, die VP will das Amt zurückerobern - und auch FP und die Liste Pro Wildon könnten eine Rolle spielen.

Hitzendorf: VP-Bürgermeisterin Simone Schmiedtbauer zieht es in Richtung EU-Parlament - das könnte eine große Chance für die SP, die 2015 in Schlagdistanz war.

Bärnbach: Aus der Traum: Die geplante Fusion zwischen Voitsberg und Bärnbach platzte im November, nachdem sich bei einer Befragung eine Mehrheit der Bärnbacher dagegen aussprach. Ein Erfolg für Vizebürgermeister Ewald Bramauer (VP), eine Niederlage für Bürgermeister Bernd Osprian (SP), der als Stadtchef von Voitsberg-Bärnbach vorgesehen war - und viel Spannung für den nächsten Urnengang.

Jakob Traby
Jakob Traby
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