24.01.2019 12:31 |

Hälfte ist schrottreif

1100 Billig-Leihräder von Wiens Straßen gesammelt

Insgesamt 1109 Stück der viel diskutierten Leihräder der Firmen Ofo und oBike sind mittlerweile seitens der Stadt Wien aufgelesen und eingesammelt worden - und damit mittlerweile fast zur Gänze aus den Straßen und Gassen der Bundeshauptstadt verschwunden. Viele der Drahtesel befinden sich in einem überaus schlechten Zustand, heißt es seitens der Stadt. „Die Hälfte dieser Räder ist nicht einmal reparierbar“, so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Die sogenannten Free-Floating-Räder hatten in der Vergangenheit immer wieder für Aufregung in Wien gesorgt - vor allem jene Bikes, die illegal entsorgt oder abgestellt wurden. Als Konsequenz musste daher seitens der Stadt in puncto Regeln nachgeschärft werden - etwa wurde eine Registrierungs- sowie Wartungspflicht eingeführt, die im August 2018 in Kraft trat. Dies jedoch missfiel offenbar den beiden Leihrad-Firmen, weshalb sie sich als Reaktion auf die Vorschriftenverschärfung aus der Bundeshauptstadt zurückzogen.

Nur 41 Räder von Anbietern abgeholt
Übrig blieb so mancher Drahtesel - insgesamt sammelte die Stadt seither 1109 Räder ein. 65 Euro schlagen pro entferntem Bike zu Buche, für die Lagerung kommen pro Tag dann noch einmal zusätzlich sieben Euro hinzu. Sind die Räder nach zwei Monaten immer noch nicht abgeholt, gehen sie automatisch in den Besitz der Stadt über. Doch lediglich 41 Leihräder seien von den betroffenen Anbietern bislang abgeholt worden.

Der Zustand der Räder ist offenbar erschreckend. Viele sind in „extrem schlechtem“ Zustand, erklärte Hacker in Vertretung der erkrankten Umweltstadträtin Ulli Sima im Gemeinderat: „Die Hälfte dieser Räder ist nicht einmal reparierbar.“ Sie werden der Verschrottung und Verwertung zugeführt.

Kosten für Räumung rückholbar?
Die Kosten für die Räumung und Einlagerung will die Stadt von den Anbietern zurückverlangen, wobei das zumindest im Fall der Firma Ofo, die zahlungsunfähig ist, nicht realistisch ist. Über das Unternehmen oBike, das sich ebenfalls in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindet, wurde laut Hacker nach derzeitigem Wissenstand noch kein Konkursverfahren eröffnet, die Forderungen sind nach wie vor offen. „Zusammenfassend ist also aus heutiger Sicht unklar, inwieweit die Kostenersatzbescheide durchgesetzt werden können“, sagte Hacker.

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