24.01.2019 12:54 |

„Wäre Katastrophe“

Russland warnt vor US-Intervention in Venezuela

Die Staatskrise in Venezuela droht nun auch zu einem neuen Konflikt zwischen den USA und Russland zu werden. Während Washington den Präsidenten des entmachteten Parlaments unterstützt, der sich am Mittwoch zum Interimspräsidenten erklärt hat, sieht Moskau nach wie vor Nicolas Maduro als legitimen Staatschef. Das russische Außenministerium warnte am Donnerstag vor einer von US-Präsident Donald Trump nicht explizit ausgeschlossenen Militärintervention im Ölstaat. Ein solcher Schritt würde ein katastrophales Szenario auslösen, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow.

Rjabkow sagte, Russland werde an der Seite des südamerikanischen Staates stehen, um dessen Souveränität zu verteidigen. Die USA dürften sich nicht in die inneren Angelegenheiten Venezuelas einmischen. „Wir haben sie unterstützt, und wir werden sie unterstützen“, lautet die Position der Regierung von Kremlchef Wladimir Putin.

Russische Bomber in Venezuela
Russland hat Venezuela Milliardensummen geliehen und auch dem Militär Unterstützung zukommen lassen. Im Dezember landeten zwei russische Bomber in Venezuela, die Atomwaffen transportieren können, was auf scharfe Kritik der US-Regierung stieß.

China mahnte am Donnerstag zur Zurückhaltung und warnte besonders die USA vor einer Einmischung: Außenamtssprecherin Hua Chunying sagte, die USA und Venezuela sollten ihre Beziehungen auf der Grundlage des Respekts und des Grundsatzes der Nicht-Einmischung pflegen. „Ich möchte unterstreichen, dass Sanktionen oder Einmischung die Lage häufig noch komplizierter machen und nicht helfen, praktische Probleme zu lösen“, so Hua Chunying.

Experte: Militär ist gespalten
Landesweit gab es am Mittwoch Demonstrationen gegen Maduro, den seine Gegner für die schwere Versorgungskrise in dem erdölreichen OPEC-Staat verantwortlich machen. Maduro hatte vor zwei Wochen nach seiner von Manipulationsvorwürfen begleiteten Wiederwahl eine zweite Amtszeit angetreten. Das venezolanische Militär erkennt Guaido nach Angaben von Verteidigungsminister Vladimir Padrino nicht als Präsidenten an. Die Einheiten würden die Verfassung verteidigen und die nationale Souveränität garantieren.

Der ehemalige Handels- und Industrieminister Moises Naim sieht die Reihen des Militärs aber weit weniger geschlossen, als es derzeit zu sein scheint. Am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos widersprach der 66-jährige Venezolaner: „Das Militär im Land ist gespalten.“ Ein Teil der Streitkräfte sei „sehr, sehr unglücklich“ mit der Lage im Land. „Allerdings steht das Militär unter straffer Kontrolle“, ergänzte er. Ein wichtiger Faktor im Land sei der Einfluss Kubas. Venezuela drohe zum Spielball geopolitischer Konflikte zu werden.

„Es kommen harte Zeiten auf Venezuela zu“
„Wir müssen vorsichtig sein, Erwartungen zu schüren“, sagte Naim. Es komme eine harte Zeit auf Venezuela zu, niemand wisse, was genau im Militär vor sich gehe. Guaido und seine Frau hätten per Videobotschaft an Soldaten erklärt, dass sich der Schritt des Parlamentschefs nicht gegen sie richte und sie unter der Situation nicht leiden sollten.

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