Di, 14. August 2018

Pflanze mit Heizung

10.02.2010 10:40

Hefe-Pilz wärmt im Winter blühenden Nieswurz auf

Der frostharte, im Winter blühende Stinkende Nieswurz verfügt quasi über eine natürlich Heizanalage. Mit Hilfe von Hefe-Kulturen in ihrem Nektar verarbeitet die zur Familie der Hahnenfußgewächse gehörende Pflanze Zucker, wodurch Wärme entsteht. Durch diese werden trotz der Kälte möglicherweise mehr Hummeln angelockt, was sich positiv auf die Bestäubung, die Samenbildung und das Wachstum des Nieswurzes auswirke, vermuten spanische Forscher.

Je mehr Hefe im Nektar der Pflanze enthalten sei, desto größer sei der Temperaturunterschied im Vergleich zur Außentemperatur, so die Wissenschaftler. Im Maximum war es im Nektargefäß sogar sechs Grad Celsius wärmer als außerhalb davon.

Carlos M. Herrera und seine Kollegen von der Biologischen Station Doñana in Sevilla nutzten für ihre Versuche Stinkenden Nieswurz an zwei Orten in einer gebirgigen Region Spaniens. Das giftige und unangenehm riechende Staudengewächs wuchs dort im Unterholz von Schwarzkiefern. Die Forscher entfernten in einem der Experimente die Hefe im Nektar der Gewächse, während sie im zweiten Versuch extra Hefe in den Pflanzennektar hineinspritzten. Dann maßen sie die Temperatur im Nektar und verglichen sie mit der Außentemperatur. Im Durchschnitt war es durch den Hefe-Ofen im Innern des Nieswurzes an einem Ort 1,1 Grad, am zweiten Ort 1,8 Grad wärmer als in der Umgebung.

Bisher waren den Angaben zufolge zwei Mechanismen bekannt, mit dem Pflanzen Wärme erzeugen können: durch Prozesse bei der Zellatmung oder die Absorption von Sonnenlicht. Durch die Hefe könnten Pflanzen in schattigen Wäldern einen Vorteil haben, vermuten Herrera und Kollegen. Hummeln würden wärmere Pflanzen bevorzugen und sich so zu diesen hingezogen fühlen. Allerdings verbrauche die Hefe im Nektar so viel Zucker, dass dieser weniger süß sei und die kleinen Brummer gegebenenfalls vertreibe. Die genaue Bedeutung des Hefe-Ofens müsse noch weiter erforscht werden.

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