10.01.2019 07:05 |

Friedlicher Wechsel?

Oppositionskandidat gewinnt Wahl im Kongo

Im Kongo hat Oppositionskandidat Felix Tshisekedi überraschend die Präsidentenwahl gewonnen. Damit wird er Joseph Kabila als Staatschef ablösen, der das Land seit 17 Jahren mit harter Hand regiert. Erkennen die unterlegenen Kandidaten ihre Niederlage an, wäre es der erste friedliche Machtwechsel im Kongo seit rund 50 Jahren. Doch danach sieht es derzeit nicht aus.

Der unterlegene Oppositionskandidat Martin Fayulu zweifelt das amtliche Ergebnis bereits an. Die von der Wahlkommission am Donnerstag veröffentlichten Resultate seien „ein wahrer Wahlputsch“. „Die Ergebnisse haben nichts mit der Wahrheit an der Wahlurne zu tun“, sagte Fayulu dem Sender Radio France Internationale.

Er forderte dazu auf, die tatsächlichen Ergebnisse der Abstimmung vom 30. Dezember zu veröffentlichen. Der Kommission zufolge hat der oppositionelle Kandidat Felix Tshisekedi die Wahl gewonnen. Er kommt demnach auf einen Stimmenanteil von knapp 39 Prozent. Fayulu folgt auf dem zweiten Platz, der von Präsident Kabila unterstützte Emmanuel Ramazani Shadary auf Rang drei.

Korruption und Rebellenkämpfe
Der 55-jährige Tshisekedi ist der Sohn des früheren Ministerpräsidenten und langjährigen kongolesischen Oppositionsführers Felix Tshisekedi, der 2017 starb. Tshisekedi Jr. versprach den Wählern, Korruption und Armut zu bekämpfen und das instabile Land zu befrieden, das immer noch von zahlreichen bewaffneten Konflikten erschüttert wird.

Nur wenige Jahre nach der Unabhängigkeit des Kongo von Belgien 1960 hatte Diktator Mobutu Sese Seko die Macht ergriffen. Erst infolge des großen Kongo-Kriegs, an dem sich mehrere Nachbarländer beteiligten, wackelte Mobutus Macht. Rebellenführer Laurent-Desire Kabila stürzte den Diktator und ernannte sich 1997 selbst zum Präsidenten. 2001 wurde der Staatschef von einem seiner Bodyguards erschossen. Sein damals 29 Jahre alter Sohn Joseph erbte die Macht. Er wurde 2006 und 2011 als Präsident wiedergewählt. Die Wahl 2011 war jedoch von Betrugsvorwürfen überschattet. Als seine Amtszeit 2016 endete, ließ er die Wahlen mehrfach verschieben. Nun durfte er sich nicht mehr um eine weitere Amtszeit bewerben.

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