09.01.2019 11:57 |

Viele Pisten gesperrt

„Sehr große“ Lawinengefahr breitet sich weiter aus

Schnee in rauhen Mengen dominiert auch weiterhin das Wettergeschehen in Österreich: Nach der Steiermark und Niederösterreich gilt nun auch in Oberösterreich und Salzburg die höchste Lawinenwarnstufe. Auch die Skigebiete haben es zunehmend schwer mit den extremen Bedingungen zurecht zu kommen, vielerorts wurde der Betrieb eingestellt. Kontrollierte Sprengungen (siehe Video) sind nur vereinzelt möglich. Zudem ist ein weiteres, das mittlerweile siebente, Todesopfer zu beklagen.

Ab Mittag gilt in Teilen Oberösterreichs Lawinenwarnstufe 5. Bei Stufe fünf können sich Lawinen von selbst lösen, zudem ist mit größeren Lawinen mit höheren Schneemengen und längeren Auslaufkegeln zu rechnen, hieß es beim Lawinenwarndienst. Sprengungen seien allerdings schwierig, weil kein Flugwetter herrsche. Am Krippenstein und am Kasberg etwa wurde auch der Pistenbetrieb eingestellt.

Lawine abgesprengt
In der Steiermark hingegen, wo im Norden bereits seit Dienstag sehr große Gefahr von Lawinenabgängen herrscht, konnte die Lage etwa am Präbichl durch kontrollierte Abgänge etwas entschärft werden (siehe Video). Weitere Sprengungen sollen am Freitag, sobald sich das Wetter gebessert hat, folgen. In exponierte Lagen, wie etwa am Dachstein, sind wegen Wind, Lawinengefahr und hoher Schneemengen die Skigebiete nicht in Betrieb.

Ein Herz für Tiere bewiesen die Mitarbeiter der ÖBB im tief winterlichen Nationalpark Gesäuse: Sie retteten am Dienstag eine Gams, die in den Schneemassen eingeschlossen war.

Video: Gams gerettet

Suche nach Vermissten nicht möglich
In Hohenberg im niederösterreichischen Bezirk Lilienfeld konnte die Suche nach zwei seit Samstag vermissten Tourengehern auch am Mittwoch nicht fortgesetzt werden. „Am Vormittag wurde ein Erkundungstrupp ins Gelände geschickt, um die weiteren Möglichkeiten auszuloten“, sagte Michael Hochgerner von der Alpinpolizei. Bei den Vermissten handelt es sich nach Angaben der Alpinpolizei um im Gelände versierte Wintersportler im Alter von 54 und 58 Jahren.

Das Skigebiet Lackenhof am Ötscher wurde am Mittwoch geschlossen. Extremer Schneefall und die sehr große Lawinengefahr - es gilt die höchste Warnstufe - verhinderten einen Betrieb. Es sei nicht mehr möglich, die Pisten mit den Geräten zu präparieren, hieß es. Bis auf Weiteres gesperrt bleibt zudem das nahegelegene Hochkar, das am Montag evakuiert wurde. Die Region wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

Warnstufe 5 auch in Salzburg
Die Lawinensituation in Salzburgs Bergen hat sich am Mittwoch erneut zugespitzt. Dem nächtlichen Sturm folgte kalter und rasch wachsender Neuschnee. Im Tagesverlauf werde die Gefahr in den Nordalpen auf die höchste Warnstufe „sehr groß“ ansteigen, informierte der Lawinenwarndienst Salzburg.

Stromausfälle in Tirol
Aufgrund von wegen der großen Schneelast umgestürzten Bäumen sind am Mittwochvormittag rund 1000 Haushalte in Tirol ohne Strom gewesen. Im Laufe des Tages könne es vermehrt zu weiteren Stromausfällen kommen, warnte der Netzbetreiber. Soweit es die Wettersituation zulasse, werde unverzüglich mit den Störungsbehebungen begonnen. Die Lawinengefahr blieb aufgrund der anhaltenden Schneefälle auch am Mittwoch weiterhin groß.

„Neuschnee störanfällig“
Die Lawinengefahr ist in Vorarlberg in der Nacht auf Mittwoch wie vorhergesagt auf Stufe 4 (große Lawinengefahr) angestiegen. „Neu- und Triebschnee sind störanfällig und Lawinenauslösungen sind bereits mit geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich“, warnte Experte Andreas Pecl. Zahlreiche Lifte und Seilbahnenin den Vorarlberger Skigebieten stehen daher still.

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