Do, 24. Jänner 2019

Dienst am 24. Dezember

24.12.2018 10:00

„Wir sind für euch am Heiligen Abend da“

Ruhe, Besinnlichkeit, Familienleben – so sollte der heutige 24. Dezember aussehen. Für Tausende Oberösterreicher ist es aber ein (fast) ganz normaler Arbeitstag. Die Einsatzkräfte hoffen, dass es ruhig bleibt, erfahrungsgemäß bleibt der Weihnachtsfriede aber aus. Doch überall gilt: Väter und Mütter haben Vorrang!

Bei den Beschäftigten im Handel – vor allem in Lebensmittelgeschäften - wird es noch bis 14 Uhr rund gehen. Und sind dann zumindest zur Bescherung daheim. Doch die Einsatzkräfte bleiben da. Im Tag- und Nachtdienst sind etwa 900 Polizisten im Dienst, alleine 80 in Linz. „Der Dienstplan wird vorab eingeteilt, wenn es sich ausgeht, wird natürlich auf die familiäre Situation Rücksicht genommen. Wir haben auch Kollegen, die machen traditionell am Heiligen Abend Dienst“, sagt David Furtner von der Landespolizeidirektion OÖ.

Für ein paar Kekse bleibt immer Zeit
Auch die 87 Ortsstellen des Roten Kreuzes, jene vier des Samariterbundes und die Leitstellen sind besetzt. „Wir haben einen Christbaum und auch für ein paar Kekse bleibt Zeit“, erzählt Edith Pointner, die in der Rot-Kreuz-Leitstelle in Linz Dienst versieht: „Erfahrungsgemäß ist es ein normaler Tag, nur in der Zeit am Nachmittag rund um die Bescherung ist es etwas ruhiger“, sagt die Disponentin.

Christbaum auf Station
Haben die Sanis viel zu tun, wird auch den Ärzten und Pflegekräften in den Spitälern nicht fad. „Wir haben am 24. Aufnahme und 20 Betten. Die werden sicher voll werden“, sagt Romana Pechhacker, die mit ihren Kollegen Merisa Hadiz und Ivan Covic auf der Akut-Station im Spital der Barmherzigen Schwestern in Linz die Stellung hält. Auch hier steht ein Christbaum, aber in den Zimmern gilt die Zweckmäßigkeit.

Mini-Besetzung in Schichtbetrieben
„Wir hoffen, dass es keine Christbaumbrände gibt“, sagen Caroline Leitner und Christian Nemes, die im Landesfeuerwehrkommando freiwillige Helfer alarmieren. Wenn’s brennt, stehen 66.300 Florianijünger in 882 Stützpunkten bereit. Dazu kommen die ständig besetzten 33 Betriebs- und die Linzer Berufsfeuerwehr. Apropos Betriebe.

Freiwillig zum Dienst gemeldet
Natürlich können Firmen wie Voest oder Chemie nicht zusperren. „Bei uns werden die Anlagen mit Minimalst-Besetzung gefahren“, so Christiane Ureutz von der Voest. Und natürlich bleiben auch die 12.000 Bewohner der 132 Pflege- und Altenheime nicht alleine. Sophie Herzberger (22) macht freiwillig Dienst im Seniorheim Oberndorf. Warum? „Weil die daheim sein sollen, die kleine Kinder haben. Nächstes Jahr schaut es dann eh anders aus“, meint die 22-Jähriger, die schwanger ist. 

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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