Führungskräfte

Frauen sind die besseren Chefs

Wirtschaft
19.05.2004 15:38
Was die Wissenschaft schon längst nachwies, hat sich offensichtlich noch nicht bis in die Führungsetagen der Unternehmen herumgesprochen: Frauen sind die besseren Chefs und verfügen bei gleicher fachlicher Kompetenz in der Regel über höhere soziale Kompetenzen als Männer. Nur etwa acht Prozent der heimischen Wirtschaftsbosse sind weiblich, der Grund dafür liegt in alten Vorurteilen und neuen Stereotypen.
Frauen sind kommunikativer, kreativer, habenTeamgeist und den besseren Überblick über komplexe Sachverhalte.Einer Studie der us-amerikanischen Psychologin Alice Eagly zufolgeerwirtschaften sie sogar höhere Gewinne. Im Gegensatz zuMännern, die häufig vom "alten Schlag" sind und im Stileautoritäter Patriachen agieren, coachen sie ihre Teams. Dasheißt, sie sind eher bereit, ihre Untergebenen zu unterstützen,zu fördern, anzuregen und aus den Einzelpersonen ein schlagkräftigesTeam zu formen.
 
Alte Vorurteile...
Es drängt sich also die Frage auf, warum inÖsterreich nur sieben bis acht Prozent (In Deutschland sindes elf Prozent) aller Bosse weiblichen Geschlechts sind? Die Antwortliegt einerseits in alten Vorurteilen: Frauen seien nicht so sehrdaran interessiert, Karriere zu machen, werden in den besten Jahrenschwanger und kümmern sich lieber um ihre Familie. Nachgesagtwird ihnen auch, sie hätten kein technisches Verständnisund dringen deshalb weniger in Männer-Domänen ein.
 
...und neue Stereotypen
Bei Frauen, die auf der Karrierleiter auf dem Wegnach oben sind, treten hingegen neue Stereotypen ans Tageslicht:Frauen verbeißen sich zu sehr in ihre Arbeit, wollen immerRecht haben und haben weniger fachliche Kompetenz. Tipp fürangehende Chefinnen: Männer und Frauen bevorzugen gleichermaßenFrauen als Vorgesetzte, die androgyn wirken, d.h. in ihrem Äußerenweder zu männlich noch zu weiblich erscheinen.
 
Niedrige Selbsteinschätzung
Dazu kommt noch ein dritter Faktor: Die niedrigeSelbsteinschätzung der Frau, die meist schon in der Erziehungbeginnt und sich über die Schule bis zu den ersten Erfahrungenim Berufsleben fortsetzt - das gilt vor allem, aber nicht nur,für ländliche Gegenden.
 
Kurioses Österreich
In der Politik, die seit Jahren die Formel "halbe-halbe"predigt, sind die Spitzenposten längst nicht gleichmäßigverteilt: Im Parlament sind 34 Prozent der Abgeordneten weiblich,in der Regierung gar nur 22. In der Arbeiterkammer und im ÖGBgibt es übrigens nicht einmal eine einzige Frau in den Führungs-Etagen...
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