Sa, 15. Dezember 2018

„Krone“-Talk

08.12.2018 05:45

Brigitte Kren: „Ich bin eine Traditionalistin“

Schauspielerin Brigitte Kren über Flohmärkte, kleine Universen, Hebammen und Karpfen.

„Krone“:Sie haben mich zum Stöbern in ein Antiquitätengeschäft eingeladen.
Brigitte Kren: Ist es nicht schön hier? Ich bin mit meiner Cousine am Land aufgewachsen, und unser größtes Vergnügen war, bei den Bauern auf den Dachböden herumzustierln und nach alten Sachen zu suchen. Diese Leidenschaft ist uns erhalten geblieben.

Und offenbar gewachsen.
Ja, und wann immer ich wo bin, interessieren mich zuerst einmal die Flohmärkte. Die Rezeptionisten frage ich nicht zuerst, wo sich das nächste Museum befindet, sondern wann und wo der nächste Flohmarkt ist.

Bei Ihnen muss sich ja schon Einiges angesammelt haben.
So schlimm ist es nicht. Ich habe schon Lieblingsstücke, die ich behalte, aber vieles wird wieder verschenkt oder verkauft. Alles muss im Fluss bleiben. Ich habe immer gerne einen Wechsel. Zuhause ist mein kleines Universum, das ich immer wieder neu erschaffen kann.

Haben Sie früher denn nie daran gedacht, z. B. Restaurateurin zu werden?
Oh ja, und ich hätte noch ein paar Berufe! Tierärztin z. B., ich bin ja so tiernarrisch. Das hätte mir große Freude gebracht oder Hebamme. Leben auf die Welt bringen! Was gibt’ s Schöneres? Aber die Schauspielerei war immer mein roter Faden. Ich stand ja schon mit drei Jahren auf der Bühne und habe mit zehn die erste Hauptrolle am Linzer Landestheater gespielt. Aber ich schaue immer nach links und rechts, weil man offen bleiben muss. Wenn wir 200 Jahre lebten, dann würde ich sehr wohl alle 25 Jahre etwas anderes machen und in verschiedene Welten eintauchen.

Würden Sie sich als altmodisch bezeichnen?
Ich bin eine echte Traditionalistin, aber nicht konservativ. Es gibt jedoch Sachen, die mir etwas wert sind. Und wenn man diese Werte verliert, dann fehlt einem etwas. Es muss im Leben Fixpunkte geben, und Feste wie Weihnachten gehören dazu. Wenn das wegbricht, dann ist das Leben eine Einheitssuppe. Ich finde, das sind ganz wichtige Säulen für die Gesellschaft. Das ist ein Geschenk und nichts, was man weghauen soll. Man darf nicht sagen „Na geh bitte, schon wieder ein Karpfen“ sondern „Ja, Gott sei Dank, schon wieder ein Karpfen“.

Wie gehen Sie mit Technologie-Trends wie Netflix um?
Technische Neuerungen sind mir ein bissl fern. Wenn ich was brauche, ruf ich die Kinder an. Das Christkind bringt mir übrigens heuer Netflix und stellt mir’s ein. Aber das wird zu Weihnachten nicht aufgedreht, da wird gegessen und geplaudert.

Stefan Weinberger, Kronen Zeitung

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