26.11.2018 16:30 |

Warnstreik

Auch in der Steiermark standen viele Züge still

Die Verhandlungen bis zur letzten Minute brachten keinen Erfolg, der Warnstreik der Eisenbahner wurde am Montag Realität (mehr dazu hier). Auch in der Steiermark standen die Züge - und bei den GKB sogar die Busse - für zwei Stunden still. Am Nachmittag lief der Verkehr wieder an.

Am Hauptbahnhof in Graz strandeten trotz Warnstreiks zu Beginn noch relativ wenige Fahrgäste, sie dürften ihm Vorfeld bereits gut informiert gewesen sein und sich um Alternativen bemüht haben. 

Bis 14 Uhr waren dann aber alle Geschäfte und Lokale gut gefüllt, alle Sitzgelegenheiten in der Halle belegt und auch die Stufen hinauf zu einem Fitnessstudio wurden von wartenden Zuggästen zum Sitzen genutzt. Wirbel und lautstarken Ärger gab es kaum. Die Service-Mitarbeiter der ÖBB traten den Kunden gelassen gegenüber, versuchten sie zu beruhigen und verwiesen auf spätere Züge.

Neben Verständnis für die Anliegen der Eisenbahner gab es auch verärgerte Stimmen, etwa von Helena Ramminger aus Graz: „Es ist eine Frechheit, den Streit auf den Rücken der Kunden auszutragen.“ 

„Angebot der Arbeitgeber zu niedrig“
Zugführer Peter Finster verteidigte die Maßnahme: „Das Angebot der Arbeitgeber ist zu niedrig. Wir machen so viele Überstunden und arbeiten mit vollem Einsatz. Das wollen wir im Geldbörsel spüren.“

Keine Gewerkschafter in Leoben
Ruhig präsentierte sich die Lage am Bahnhof in Leoben, der zweitgrößten Stadt der Steiermark: Kein Transparent, kein Plakat der Gewerkschafter, nur zwei Security-Leute, unter den Fahrgästen vor allem Schüler und Lehrlinge.

„Hatte früher Dienstschluss, jetzt muss ich warten“
Ärgerlich war der Streik für Matthias Murillo (15) aus Chile, der als Tischlerlehrling in Trofaiach arbeitet: „Ich hatte heuer früher Dienstschluss, und jetzt muss ich zwei Stunden hier sitzen.“ 
Verärgert war auch Kochlehrling Demian Sandrisser (16): „Es ist eine Frechheit, dass die Züge zwei Stunden lahmgelegt sind. Wenn man kein Auto hat, ist man besonders betroffen.“

Auch GKB und Landesbahnen betroffen
Bei den Graz-Köflach-Bahnen waren 15 Bahnverbindungen betroffen, die entweder gänzlich entfielen oder nur verkürzt geführt wurden. Im Gegensatz zu den ÖBB, wo der Postbus eine eigene Gesellschaft ist und von den Streiks nicht betroffen war, traf die gewerkschaftliche Kampfmaßnahme auch die GKB-Busse. Gleich 63 Verbindungen entfielen oder fahren kürzer als geplant, vor allem für viele Schüler und deren Eltern kam das überraschend. „Es gab einige Beschwerden“, heißt es beim Unternehmen. „Das tut uns leid.“

„Kettenreaktion“ bei den Landesbahnen
Bei den steirischen Landesbahnen fielen laut Geschäftsführer Gerhard Harer mehr als 20 Verbindungen aus, es sei in erster Linie eine „Kettenreaktion“ gewesen, weil die Züge an das ÖBB-Netz andocken. Die Landesbahnen bedienen Verbindungen zwischen Weiz und Gleisdorf, Peggau und Übelbach, Unzmarkt und Tamsweg sowie Feldbach und Bad Gleichenberg. Die Busse fuhren bei den Landesbahnen ganz normal.

Jakob Traby
Jakob Traby
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