Mi, 19. Dezember 2018

Sicherheitspreis:

23.11.2018 07:30

Mildes Urteil für Schläger schockt mutigen Helfer

Keine Sekunde zögerte Thomas Ecker (29) aus Buchkirchen, als er sah, wie in Linz vier Syrer zwei Polizistinnen verprügelten. Ecker schritt mit Bruder und Freund ein, bekam nun den Raiffeisen Sicherheitspreis. Im Interview erzählt er, dass ihn die geringe Strafe für die Täter geschockt hat: nur zwei Monate Haft!

„Krone“: Sie wurden am 18. August Augenzeuge, wie vier Syrer zwei Polizistinnen zusammengeschlagen haben.
Thomas Ecker: Wir waren zu dritt, mein Bruder und ein Freund. Wir sind sofort auf die Burschen draufgefahren, dass sie am Boden gelegen sind.

„Krone“: Hatten Sie keine Angst, dass einer ein Messer zückt?
Ecker: In dem Moment nicht, da hat keiner von uns lange nachgedacht. Später dann, im Nachhinein schon, immerhin hab’ ich Familie.

„Krone“: Was hat die Polizei zu Ihrem Eingreifen gesagt?
Ecker: Die haben mich angesprochen, ob ich nicht eine Bewerbung für den Polizeidienst abgeben will. Aber ich bin als Gastronom erfolgreich, da ist dieser Job für mich keine Option.

„Krone“: Sie mussten später auch noch als Zeuge vor Gericht erscheinen.
Ecker: Ja, und da hab ich schon ein mulmiges Gefühl gehabt. Ich hab’ nicht gewusst, dass beim Verfahren mein Name und meine Adresse bekannt gegeben werden, während die Angeklagten im Gerichtssaal sitzen.

„Krone“: Das war aber nicht das Einzige, was Ihnen bei Ihrem Kontakt mit der Justiz seltsam vorgekommen ist.
Ecker: Nein, was mich wirklich geschockt hat, das war das milde Urteil. Die vier Syrer haben ja im Vorfeld eine Frau sexuell belästigt, sind deshalb von den zwei Polizistinnen, die sie niedergeschlagen haben, verfolgt worden. Der Staatsanwalt hat in der Anklage von schwerer Körperverletzung gesprochen. Und trotzdem haben die Täter nur zwei Monate Haft bekommen. Wegen Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Das meiste haben die schon in Untersuchungshaft abgesessen gehabt. Sie waren ein, zwei Wochen nach dem Prozess schon wieder frei. Angeblich sind die vier Syrer dann abgeschoben worden.

Interview: Christoph Gantner

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