Ein polnisch-ägyptisches Archäologenteam hat an der ägyptischen Mittelmeerküste möglicherweise die Überreste der antiken Bibliothek von Alexandria entdeckt. Das erklärte der Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawwas, bei einer Fachkonferenz der Universität von Kalifornien. Die Archäologen hätten in der Bruchion-Region, dem ehemaligen Palastviertel, im Nordosten der antiken Stadt Alexandria die Ruinen von 13 Hörsälen entdeckt, fügte er hinzu.
Archäologen in Kairo bestätigten dieNachricht, wollten jedoch zunächst mit Rücksicht aufeine geplante offizielle Bekanntgabe der Grabungserfolge keineEinzelheiten nennen. Ein Mitarbeiter der Altertümerverwaltungberichtete nur, außer den rechteckigen Vortragssälen,in denen noch die Sitze der Lehrmeister zu erkennen seien, hättendie Studenten später offenbar auch ein Amphitheater als Vortragsortgenutzt.
Von der Alexandrinischen Bibliothek, die von PtolemaiosI. (305-283 v. Chr.) gegründet wurde und einst die wichtigsteSchriftensammlung der Welt beherbergte, waren bislang keine archäologischenSpuren bekannt. Sie soll durch einen großen Brand mutwilligzerstört worden sein. Die vor zwei Jahren eröffneteneue große Bibliothek von Alexandria soll nach dem Willender ägyptischen Regierung an die Tradition der zerstörtenInstitution anknüpfen und zu einem modernen Zentrum des Wissensund des kulturellen Austauschs werden.
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